70. WELLEN-REITEN

24. Oktober 2015

von zehn dingen, die ich dir schon immer einmal sagen wollte…

erstens: ich beobachte dich…in der u8 richtung kreuzberg sitzt du mir ganz lässig gegenüber…dein lächeln macht süchtig…ich bin in stille schon für dich…ich bete für dich…ich fühle dich…

zweitens: du erwischt mich beim starren…meine augen berühren dich…schüchternheit überkommt mich…du fühlst dich an wie kuchenteig, wenn ich mich an dich herankuschele in deine weiche kuhle bestehend aus nacken, schulter und brust…dein atem riecht nach blaubeer-muffins…vernascht…

drittens: wir schweben im bett…mein atem berührt deinen adamsapfel wie eine sünde…wir schämen uns nicht der dinge, die wir im dunkeln tun…und manchmal liegen wir einfach nur so da…miteinander, nebeneinander, aufeinander…

viertens: du bist so transparent auf eine liebenswerte art und weise…durchschaubar…ich humme dir meinen song unter die haut…ich bringe dich zum leben…vibration….deine narben verblassen…ich wandere an dir entlang…dem sonnenaufgang entgegen…

fünftens: es ist unglaublich…deine haut fasziniert mich…so sehr, dass ich mich in deine DNA pressen will…oder sind es deine augen…ich will deine tränen auffangen, um darin zu verschwimmen…prickelnd wie in ahoi brause…magisch…

sechstens: ich bin feuer und flamme für dich…ich trage ein kleid nur für dich…purpur…ich föne sogar meine haare für dich…in wellen…ich reize dich…lodernd und eng umschlingend…

siebtens: man(n), ich räume sogar meine wohnung auf für dich…ich würde sogar durch den kalten regen für dich rennen…hast du eine ahnung, was im regen mit meinen frisch geföhnten haaren passiert???…haarkatastrophe…es geht hier nicht um eitelkeiten…es geht um opfer bringen…ich – würde sogar meine frisur für dich opfern…

achtens: versprich mir dinge, die nur ein „mann“ in die tat umsetzen kann…versprich mir nicht dein herz, deinen nachnamen, monogamie, poesie und romantik…versprich mir nicht die wahrheit und füttere mich im anschluss mit deinen lügen…denn ich werde deine ungereimtheiten aufdecken, entlarven und in einem flammenmeer anzünden…infernooo…

neuntens: frauen wie ich sind manchmal albern und emotional…falls du etwas mit einer frau zu tun haben solltest, die seriös und emotional ist, dann hast du es mit einer verrückten zu tun…ich – bin nicht verrückt…

zehntens: kannst du dich daran erinnern als du das erste mal in deinem leben den ozean gesehen hast?..wie klitzeklein du dich im vergleich zu den wundern dieser welt gefühlt hast?…wie du dich in den hohen wellen verloren hast?…wie du dich hingegeben hast in die umarmung des wellenrauschens?…ich hoffe, ich erinnere dich an dieses gefühl...an das salz auf deiner haut…an die unendlichkeit des wassers…an die grenzenlosigkeit der freiheit…komm lass uns jetzt die wellen reiten…

69. LÜGEN-GESCHICHTEN

4. Juni 2014

von lügengeschichten oder die geschichte von der erinnerung ans untergehen…deine sätze verpuffen vor meinem gesicht…die buchstaben verschwimmen in meinen ohren…deine worte sind ein einziges lügengerüst…alles verbrennt wie in einem inferno…deine gedankenfetzten sind wie flüche…voller unehrlichkeiten, unaufrichtigkeiten, unaufmerksamkeiten treffen sie auf mich…aber all die bösen blicke treffen dich…hast du keine angst vor schlechtem karma?…vor der verdammnis?…aberglaube berührt dich wohl nicht…mein herz ist jetzt in einer ritterrüstung…du verdienst es nicht…daher brauchst du auch nicht mehr daran festhalten…ich kann in deinen augen beobachten wie ich langsam untergehe…in deinem bann gefangen…von anfang an dem untergang  geweiht…tapfer, wagemutig, unerschrocken…der zukunft entgegen schauend…was hast du also noch davon, wenn du dich hinter deinen lügen versteckst?…ich kann jetzt sehen, dass du mich nie gesehen hast…dass du mich belogen hast…dass du mich betrogen hast…was bringt es noch, dass du mich jetzt anschreist?…voller verletzlichkeiten, vertraulichkeiten, vergänglichkeiten treffen deine schreie mich…aber alles prallt ab von mir…kalt gestellt…du kannst jetzt in meinen augen beobachten wie ich mich nicht mehr von dir runterziehen lasse…die freiheit spürend…lasse ich endlich los…mutig, lebendig, resolut…die vergangenheit hinter mir lassend…du kannst mir nicht mehr folgen…alles verflüchtigt sich…versinkt in den untiefen…und schwappt in den ozean der realität…ohne erinnerung…

[vimeo 64571405]

68. ZEIT-MASCHINE

24. Mai 2014

vom rückwärts-denken oder die geschichte von meiner zeit-maschine…machmal zähle ich die jahre…ganz langsam rückwärts…2014…2010…2006…zeit-maschine…die erinnerungen kommen zurück…8 jahre ist es her…unser letztes telefongespräch…jetzt analysiere ich jedes wort…unter der lupe…die zeit existiert nicht mehr…manchmal vergesse ich die einzelheiten dieses letzten gesprächs…bruchstücke der vergangenheit…ich war gerade mit dem ice aus stuttgart angekommen…ich hol‘ dich am bahnhof zoo ab, sagtest du…nein, ich fahr jetzt schnell mit der u-bahn zu dir, sagte ich…das geht doch viel schneller, sagte ich…du konntest es kaum abwarten mich wiederzusehen…ich war genauso ungeduldig wie du…du wartest jetzt vor dem bvg-infopavillion auf mich, sagtest du…keine widerrede, sagtest du…ok, sagte ich…beil‘ dich, es ist so kalt, sagte ich…ok, ich bin gleich da, sagtest du…bis gleich babe, sagtest du…akku leer…“babe“…das war dein letztes wort…ich zwinge mich an nichts anderes zu denken…babe, sagtest du!…aber es kommt zurück in mein gedächtnis…mit aller gewalt…vor meine augen…mercedes c-klasse…lkw…autowrack…alles in trümmern…stundenlang habe ich gewartet…unwissend…mit dem telefon in der hand…eiskalt…im november…in berlin…silence in my blood…end of story…

67. BRAIN-FUCK

23. Mai 2014

von fuck oder von dem schlimmsten was mir je passiert ist…sag’s nochmal…noch einmal…wie nochmal?…ich kann dich nicht mehr hören…du bist weg…du konntest dich nicht zurückhalten…dann brauchst du auch nicht mehr so tun als ob…lass es raus…es gibt nicht nur einen weg…es gibt tausend auswege…kreuzungen…der weg ist das ziel…geh doch wohin du willst…ich re-kalkuliere meinen weg…ich hätte dich sowieso nie rein lassen sollen…in meine welt…mein universum…mein raum…meine zeit…in meine quadratur des kreises…du ziehst mich nur runter…in deine tiefe…deine dunkle seite…dein verderben…in deine spielchen…nimm’s nicht persönlich…aber…du…bist…das schlimmste was mir je passiert ist…du weisst es…ich weiss es…ich fühle die noch so kleinsten kratzer auf meiner seele, im herzen!…du?…tu‘ dir bloß nicht weh!…aber…irgendwie…kann…ich…dir…einfach nicht entkommen…obwohl ich dich nicht brauche…obwohl ich dich nicht will…will ich dich noch fühlen?…ich weiss es nicht…in klitzekleinen schritten versuche ich mich von dir zu entfernen…ich schaffe es einfach nicht…ich liebe dich?!…sag’s nochmal…noch einmal…sag, dass du mich auch willst!…komm zurück…auf meinen weg…lass uns mehr als freunde sein…nein, ich will deine freundschaft nicht…du hast mich in der hand…ich…will…nicht…abhängig sein…von nichts und niemanden…nichts ändert sich…du kommst immer wieder vorbei…unsere wege kreuzen sich…einfach so…und ich verfalle dir immer mehr und mehr…ich vergesse all deine verletzungen immer und immer wieder…zirkelschluss…so eine scheisse…wo bleibt mein stolz?…wir sind nichts besonderes…du bist nichts besonders…du bis das schlimmste was mir je passiert ist…ich hab deine überredungskünste satt…ich kann’s nicht mehr hören…unoriginell…nichts bleibt mehr gleich…ins blaue hinein…nichts bleibt zurück…unterschiedliche zeitzonen…heart fuck…pride fuck…brain fuck…

[vimeo 89140269]

 


Everything can happen.

THANX FOR COMING

© by Nils Krüger

See more:

https://www.facebook.com/media/set/?set=a.10151763818718903.1073741826.233217048902&type=3

65. CROSS READING 3.0

11. Juli 2013

CROSS READING 3.0

© by Kinema Hobo/Eric Bouley 

CROSS READING 3.0

EVERYTHING CAN HAPPEN with Philip Haucke and Yeşim Akbaba.

Sunday, 11 August, 6pm

An eclectic live reading performance about thirty somethings who hustle their way through the concrete jungle of Berlin. A journey through life as a continuous process of filling the gaps in between. A battle of words and an exciting Live-Happening with special guests and the sounds of DJ Passion.

Philip Haucke, successful writer and films/commercials director, joins forces with Yeşim Akbaba, passionate columnist who is determined to reveal the truth about finding the ’significant other‘, as she does in her column G.E.D.A.N.K.E.N.F.E.T.Z.E.N.

Please see also:

http://www.philiphaucke.com/Home.html
http://www.yesimakbaba.wordpress.com/
http://www.fischer-fink.com/schauspielerinnen/nadia-hilker/
http://www.fischer-fink.com/schauspieler/daniel-fritz/
http://www.djpassion.com/
http://kinemahobo.com/
http://nils-krueger.de/
https://www.facebook.com/events/162606413924566/#!/events/162606413924566/


64. THE-MORNING-AFTER

7. April 2013

von versuchung und von morgenröte oder von der geschichte vom morgen danach…oder besser gesagt 2h danach: morgendämmerung…6 uhr…die schönste stunde am morgen kurz vor dem sonnenaufgang…maui ist in morgenröte getaucht…zeitlose stille…the beautiful people crowd is drifting apart…schmetterlinge der nacht, die versuchen ihren weg nach hause zu finden…nachtfalter, die um ihre 12-stündige lebenspanne gealtert sind…der glanz verblasst…runter kommen vom high der nacht…bettlaken…am schönsten sind die blanken, weissen bettlaken, die wie farbverdünner das fresko der letzten nacht verwischen…dich verschlingen nach dem verschwitzten bad in der menge der sehnsüchtigen…raum-temperatur…körper-temperatur…absoluter nullpunkt…taxifahrt…das taxi bringt mich zurück zu mir selbst und ich lasse alles und jeden – vor allem ihn – hinter mir…zuhause begrüßt mich mein spiegel wie eine kriminelle mit dem line-up meiner vorsätzlichen sünden bewaffnet mit einem schlagring und all den guten vorsätzen tief begraben unter meinem vorstrafenregister…sünderin für eine nacht…eigentlich könnte ich etwas anderes sein…aber mein purpurrotes kleid war einfach zu schade, um etwas anders als eine sünderin zu sein…ich habe mich mit drei unterschiedlichen typen in fünf verschieden sprachen mehr oder weniger unterhalten…multi-language…body-language…seite 47 des kama sutra…ich habe getanzt in der versuchung die gürtel jedes einzelnen mannes in dieser bar zum schmelzen zu bringen…überzeugungskraft?…ich wurde mit nichts anderem als der wahrheit konfrontiert…ein latino mit starkem spanischen akzent flüstert auf englisch in mein ohr: „I know you believe in god, so why do you prefer to do bad bad things tonite?!“…realisation des augenblicks: ich befand mich an einem ort, wo „house music“ gespielt wurde, aber ich konnte nicht behaupten, dass ich mich auch nur annähernd „zuhause“ fühlte…ich befand mich in der kaum wahrnehmbaren zone zwischen „einfach nur spass haben“ und „simpler zeitverschwendung“…ich fühlte mich wie ein nimmersatt mit einem fetten grinsen, warmen gin trinkend, niemandes namen wissend, aber irgendwie jedermanns freundin…in meinen high heels inmitten dieser strandbar…lächerlich…aber ich fühlte mich so gross…mindestens 1.70m…und doch so klein…klitzeklein…ich kam nicht umhin mich zu fragen, warum auch teuere schuhe nach länger als 2h weh tun…genau wie die wahrheit…die wahrheit ist, ich bin nicht unschuldig, ich bin lediglich eine abstinente feuerstelle, die das feuer nicht mehr entfachen will…also was kümmert euch meine asche?!…sie ist lediglich ein indiz dafür, dass ich brennen kann, wenn ich will…leuchten wie ein stern im universum in einer ansonsten sternenlosen nacht…ein stern, der nur leuchtet und dafür existiert, um treue zu beweisen…ich kann mir vorstellen, was ihr jetzt von mir haltet…but who cares?…ich will nicht in eure gebete eingang finden…ich bin nicht unschuldig…ich will nicht zu gott beten während ich nach einem anderen mann rieche – irrtümliche ménage à trios…der sternenhimmel verurteilt mich nicht…die sternenkonstellation sieht nicht die verbrechen, die ich als sünderin begangen habe…es gibt nur die stille, die morgendämmerung, die morgenröte, die ich alleine verbringe…manchmal muss man alleine sein…ich bin dankbar, dass es taxis gibt, die mich nach hause bringen, wenn ich gesündigt habe…jetzt werde ich mich entblößen…jetzt werde ich zur abwechslung mal nicht frank ocean’s „thinkin‘ bout you“ auf repeat hören…jetzt werde ich meine high heels ausziehen…meine petrolgrüne kette und ohrringe ablegen…meinen purpurroten lippenstift abwischen und nackt schlafen…ohne den versuch sexy zu sein…ich werde ich selbst sein…I complete me…eine frau mit purpurnem haar und grünen augen, die der wahrheit unverwandt ins gesicht blickt…überwältigend…vergebung, die meine ist…und falls ich nicht schlafen kann, werde ich mich auf die feuerleiter setzen und einen apfel essen, den ich zuvor feierlich auf den namen „eden“ taufen werde…ich werde zu den tragischen sternen aufschauen und ihr makelloses leuchten umarmen…reborn innocence…so, don’t kill my vibe…

63. JETZT-ZEIT

23. März 2013

von furchtlosigkeit und vom bluten oder wie grenzen ineinander fließen…wenn die welt in farbe explodiert, entsteht ein endloses farben-karussel…48 stunden zuvor: in irgendeiner strandbar in maui schaue ich bei dem balz der wale zu…ich vermisse den sommer in deinen augen…die blutrote sonne geht auf und wieder unter…der wind streichelt über meine haut…die schwarzen lavasteine beben mit dem vulkan…ich höre den hall deiner letzten worte in meinem kopf…der hall zieht an mir vorbei wie der schwarze rauch des kilauea kraters…konstante in der tief-schwarzen nacht…fixsterne…nur du konntest mich sehen…you know the real thing – the real me…ich starre auf die bierdeckel…ich zeichne deine karikatur aus der dämmerung meines gedächtnis…eine karikaturistin der einsamkeit…ich kritzle gedankenfetzen in die unbedruckten ecken…nach einer weile spüre ich nur noch den wein und die erinnerung an dich…jetzt blutet alles zwischen meinen gekritzelten zeilen…nur noch du fließt zwischen meinen zeilen…tropfenweise…blood everywhere…dennoch schreibe ich jeden noch so klitzekleinen fetzen nieder…masochistin…du pulsierst mit dem bittersüssen wein durch mein blut und glotzt durch die halbleeren weinflaschen…betäubend…traurigkeit…sehnsucht…verkrüppelung…ich fürchte mich…anziehungskraft furchtloser menschen…mittlerweile ist furchtlosigkeit so selten…deine furchtlosigkeit fehlt…bohemian hippies, gesprächslustige hawaiianer, furchtlose surfer…wir tanzen und singen lauthals zu happy music…happy people…happiness…der billige rotwein gibt mir den rest…was soll’s, dann muss ich eben morgen früh dafür bluten…ich bin bereit…equilibrium…noch einen schluck…delirium…die flaschen sind bald leer…leere nur berührt von der erinnerung an dich…zirkelschluss…die bar schließt in ein paar minuten…der joint verglüht im aschenbecher…ich schwanke nicht nur innerlich…er so: „you’re coming with me!“…am strand auf blutrotem sand fiebern wir hand in hand dem sonnenaufgang entgegen…“come on yeşim!“…sprung in den ozean…furchtlos…wagemutig…in die tiefe des türkisblauen salzwassers…in die ungewissheit…slow-motion…sich in der leichtigkeit der wellen verlierend…gemeinsam mit den schildkröten in  der grenzenlosigkeit des korallenriffs…in die vielfältigkeit meiner seele schauend…blut zirkuliert…wildheit…jetzt-zeit…freiheit…die wasserfälle spiegeln die unendlichkeit des universums…“jump head first!“…nichts sehend und seine berührung wahrnehmend…inkubation…starry-eyed…

62. ONE-NITE-STAND

22. März 2013

von ziffern und von mut oder das duet vom one-nite-stand….

prolog:

ich weiss, du hast das schon tausendmal gehört…deine geduld hängt an einem seidenen faden und diese geschriebenen worte langweilen dich…

ich:
danach…nach unserem one-nite-stand fühlte ich mich wie ein sklavin deiner lippen…ich vermute das war genau der moment deiner angst…deine peitschende zunge…der augenblick wenn lust vaporisiert und moral völlig schwindet…mein blut fließt burgunder in mir…mein lippenstift blutrot als dein pinsel über meine leinwand streicht…nichts bleibt zurück als der mut deiner wasserfarben und der billige rotwein…intentionen und versuchungen, die mit dem sonnenuntergang verschwimmen…jetzt…hast du bis auf’s blut geschworen meine anrufe zu ignorieren…meine tiefen nicht zu ergründen…nicht nach meiner perle zu fischen…nur meine schwarze locken…so viel mitternacht ist in mir…ich bin wohl verdammt…du fühlst es, aber bist dir nicht sicher was schlimmer ist…zuzugeben, dass du ein feigling bist oder mir zu gestehen, dass du mich einfach nicht willst…ungewissheit…

du:
nach dem fünften one-nite-stand mit der vierten frau zum dritten mal in diesem monat, habe ich ein gedicht darüber zu papier gebracht, wie doch zwei die einsamste ziffer ist, die ich kenne…ich fühle mich nur zuhause auf dem highway, der den wind nach hause treibt…on the road to hana…auf dem endlosen teer des hana highways erinnere ich mich an die feuchtigkeit, die sie auf der matratze hinterlassen hat…ihr gesicht verzogen…ihr körper verdreht…geliebt…sie wundert sich warum ich in maui alle himmelsrichtungen jage…sie liegt wohl immer noch in lahaina im dunstschleier unserer vereinigung…gewissheit…

ich:
weisst du, dass ich aufwache und deinen namen ausspreche…im wahrsten sinne des wortes…

du:
jetzt bin ich bereit für das bett einer andern frau…ich habe es ihr einfach so gesagt…ich bin wieder bereit zu kommen…ihre sms folgt prompt: „du ekelst mich an – ich will gar nicht daran denken, dass du in mir gekommen bist“…ich lege mein Iphone in die mittelkonsole meines cabrios…mein gesicht seelenruhig wie das gesicht eines kriegers im tod…ohne jegliches zucken oder herzrauschen…nur noch gliedmassen…die real…durch die Lautsprecher verstummen die letzten takte von „take care“…du weisst ganz genau, dass du alles vermasselt hast, wenn die lyrics zur realität werden…aber die beste entschuldigung sie noch vor sonnenaufgang zu verlassen ist noch immer: „sie wird mich nie verstehen…“

ich:
yeah truth hurts and those lies heal…erzähl mir nichts von liebe, wenn du nicht bereit bist etwas dafür zu tun…nach dem fünften date mit dem vierten typen, der genauso aussieht wie du, komme ich nicht umhin mich zu fragen, ob ich im grunde eine nostalgikern bin…ich würde mich ja entschuldigen, aber du hast mich nie geliebt…du warst nur in eine idee von mir verliebt…träum weiter einstein…von hypothesen und samen…warum das ambiente mit aufrichtigkeit ruinieren?…I just happen to have breasts and ass…freischein?…welche emotionalen ansprüche du auch immer über mich erhebst…sie werden niemals standhalten…egal wie schlimm der hangover…verstehst du, auch das vergeht…

du:
weisst du, dass mein magen fast alles verträgt – sogar das vernichtende gas aus dem feuerzeug, das deine initialien trägt…im wahrsten sinne des wortes…

ich:
ich denke an nichts, wenn ich mit dir bin…nichtigkeiten und kleinigkeiten spenden dir trost…oberflächliche konversation und die blinde observation, dass sich hände im dunkeln der nacht wie hände anfühlen…mitten in der nacht seine stimme aber nicht wie deine klingt…egal wieviele lichter ich lösche…

du:
und ich kann nicht mehr high genug sein, um zu verachten wie schön du bist…mein ein und alles…dass du mich daran erinnert hast…dass du mich daran erinnerst, dass wenn du dich jemanden völlig hingibst, die wände kollabieren und alle masken fallen…wenn du nur nahe genug kommst an den vulkan…auf einmal schmeckt alles wieder…dann riechst du auch die vielfalt wieder…die textur ihres inneren gedichts legt sich auf dein gedicht…im gleichen augenblick explodiert die welt endlich wieder in farbe…plötzlich, fühlst du mit dem herzen wieder…ohnmächtig kommend zugleich…

ich:
als alles vorbei ist, bin ich schmerzlich daran erinnert, dass du meine seele jederzeit wieder einfangen kannst…willkürlich…wann immer seine einsamkeit balsam zur heilung bedarf…

epilog:
I’ve loved and I’ve lost…

2013-03-13 16.09.30

Droppin‘ New Material Soon – Stay Tuned!
All Smiles From Brooklyn, Yx

© by Yeşim Akbaba

CROSS-READING 2.0
Everything can happen.

THANX FOR COMING

© by Nils Krüger

See more:

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59. CROSS-READING 2.0

5. Juli 2011

Berlin 2011 – CROSS-READING 2.0.

EVERYTHING CAN HAPPEN with Philip Haucke, Barnaby Metschurat, Yeşim Akbaba and Liora Mirnik.

Nachdem das Cross-Reading vergangenes Jahr bereits sehr erfolgreich in Mein Haus am See Premiere feierte, geht diese Live-Leseperformance nun in die zweite Runde!

Das CROSS-READING 2.0 folgt Philip Haucke und Yeşim Akbaba, die versuchen ihren Weg im Dickicht der Irrungen und Wirrungen der zwischenmenschlichen Beziehungen zu finden und sich dabei einen äußerst kreativen Schlagabtausch liefern.

 

Yeşim Akbaba, Kolumnistin und Poetin aus Leidenschaft, begibt sich in diesem Jahr somit nicht allein in die Untiefen des „Signifikant Anderen“. In ihrer Kolumne G.E.D.A.N.K.E.N.F.E.T.Z.E.N widmete sie sich ein Jahr lang, jeden Montag dem Prozess des Lebens, Lernens, Verlangens, Verlierens mit Lieben und Lachen und mit dem Versuch all die kleinen Lücken dazwischen zu füllen.

 

Dieser Aufgabe stellt sich jetzt auch Philip Haucke, erfolgreicher Autor, Film- und Werberegisseur. Seine Sicht der Dinge ist eine ganz andere und genau dieses eloquente und emotionale Wortgefecht gipfelt beim CROSS-READING 2.0 in einem aufregenden Live-Happening.

 

Mit Leben erfüllt werden diese dramatischen, hypnotisierenden Short Stories von Deutschlands sinnlichster Stimme Liora Mirnik (MTV Germany) und dem ausdrucksstarken Schauspieler und Bayrischen Filmpreisträger Barnaby Metschurat (Solino, L’auberge espagnole).

In einer geistreichen, charmanten und sehr offenbarenden dialogischen Auseinandersetzung führen uns Barnaby Metschurat und Liora Mirnik vor Augen, weshalb es bei dem ewigen Kampf der Geschlechter wohl noch lange kein Sieger geben wird.

Verfeinert wird dieses Event durch die Sounds von DJ Passion (Bass ill Euro, 0711).

 

In einer der beliebtesten Locations in Berlin „Mein Haus am See“ ist es am 12.Juli 2011 um 19.30 Uhr wieder Zeit, die Ohren und Herzen zu öffnen.

Die Liebe – eine Neverending-Story, wie hoffentlich auch die Tradition des CROSS-READING!

 

Siehe auch:

http://www.philiphaucke.com/Home.html

http://www.yesimakbaba.wordpress.com/

http://www.metschurat.de/vita.php

http://www.sprecherdatei.de/sprecher/Liora_Mirnik.php

http://www.djpassion.com/

http://www.mein-haus-am-see.blogspot.com/

CROSS-READING 2.0
Everything can happen.

Mein Haus am See – 12.Juli 2011 – 19:30 Uhr – Brunnenstr. 197 – 10119 Berlin

© by Timo Langhorst

CROSS-READING 2.0
Everything can happen.

Mein Haus am See – 12.Juli 2011 – 19:30 Uhr – Brunnenstr. 197 – 10119 Berlin

© by Romina Rayna/Nadine Elfenbein

CROSS-READING 2.0
Everything can happen.

COMING SOON

© by Joanna Naoumi


55. EPILOG

3. Januar 2011

vom epilog oder von zwischenmenschlichen beziehungen…zwischenmenschliche beziehungen sind doch irgendwie vergleichbar mit parabeln…die parabel ist die aufforderung zur erkenntnis…wenn da nicht mein herz wäre!…denn vielleicht bin ich dazu verdammt immer und immer wieder den gleichen fehler zu begehen…die konsumierenste und aufregenste von allen beziehungen ist natürlich die zum anderen…ich nenne ihn ganz einfach mal den „signifikant anderen“…alles läuft ganz nach der devise: no risk no rock ’n‘ roll…kann ich mein thirty-something single-ich überhaupt noch der gefahr aussetzen, diese eine signifikante beziehung einzugehen?…kann ich denn überhaupt vorsichtig genug sein?…widerstehen kann ich dennoch nicht!…denn diese beziehung führt mich wirklich überall hin…natürlich driftet man manchmal auch auseinander, geht andere, seine eigenen wege, findet sich wieder und geht dann wieder ein wenig zusammen…doch am ende, wenn ich ein wenig glück habe, erkenne ich mich selbst…meine reise zum ich und die essentiellste und aufwendigste aller beziehungen…

54. HAPPY-END

27. Dezember 2010

von strassenecken und von konstruktionen oder I don’t belive in happy-endings…verwundert stehen wir einander gegenüber…deine hand versperrt mir die sicht und meine hand die deine…wonderwall?…wir sind uns zwar sehr nah…aber jetzt, im nachhinein, empfinde ich das nicht mehr als romantisch…ganz im gegenteil…ich realisiere, viele sind wie du und ich…blind aber greifbar, fühlbar, berührbar…in wirklichkeit schenken wir uns kaum aufmerksamkeit…obwohl du genau vor meiner nase stehst und ich vor deiner…echtzeit…aber wir sehen einander nicht…die konzentration gilt dem, dass wir in einander fühlen, vordringen, eindringen…jeder move ist kalkuliert…ohne die courage füreinander einzustehen…vielleicht ist die post-moderne schuld…oder der einfluss von pornos…nicht die hard core action, die einem gleich in den sinn kommt…vielmehr jene art von zwei-dimensionalem substitut für emotionale und physische beziehungen…wo bleibt die menschichkeit zwischen deep throat und pride and prejudice?…wer will schon noch den weg der widerstände gehen?…alles am eigenen leib erfahren?…die vertiefung in die 2d welten der literatur, filme, onlinerealtät verringert die natürliche zwischenmenschliche interaktion…und erweitert die distanz…wir verwandeln uns in konstruierte happy-endings…verkommen zu dem flachen ende, das wir selbst kreiert haben…climax?!…hmm?!…wir sind also selber schuld?!…diplomatisch versuchen wir alles richtig zu machen, um dieses happy-end ja nicht zu gefährden…denn von klein auf prophezeit jedes einzelne image im kopf, dass beim abbiegen an der nächsten strassenecke das epische happy-end produziert wird…genau das, auf das schon seit ewigkeiten gewartet wird…aber wie real ist diese vorstellung überhaupt?…die realität erschien mir eigentlich immer als eine stetigkeit…in wahrheit ist sie jedoch viel unbeständiger…genau wie zwischenmenschliche beziehungen…dieses eine vorbestimmte happy-end kann nicht die einzige wahrheit sein…denn es gibt tausendundein dynamische wahrheiten…die wahrheit ist wie das leben – eklektisch…und eine vorgestellte poetische reise, indem wir das finden werden, wonach wir auch immer suchen…wieso hoffen wir dennoch innerlich, dass es doch irgendeine strassenecke geben wird, an der wir abbiegen werden?…und etwas weiter…vielleicht nur eine weitere tankfüllung benzin…ein weiteres blind date…ein weiteren spaziergang…einen weiteren pferdeausritt…eine weitere pfütze…wartet dort tatsächlich das happy-end auf mich(?!)…hmm?!…eigentlich sollten wir diese dramatischen film-endings niemals erwarten…ich warte von nun an lieber auf ein reales ende…nicht die art von am schluss in einen mehrstimmigen chorus gepackte und ins perfekte licht gesetzte happy-endings…denn ich will keine fabrizierten leeren versprechungen, die von überall her und jedem sein könnten…nein, ich will meine sicht nicht versperrren…ich will dich und die realität sehen, betrachten, anschauen…geleitet von der schönheit des lebens, das ich täglich zu spüren bekomme…eintauchen…you’re my wonderwall!…the end…

53. KERN-ERSCHÜTTERUNG

20. Dezember 2010

von meinem kern und von dessen erschütterung…dear heart…du bist so seltsam…erst gibst du der liebe eine chance…du bist liebevoll…und für eine lange zeit liebst du…bedingungslos…die falsche person…dieser liebe gibst du alles, was du zu geben hast…du öffnest dich…sperrangelweit…du bist im freien fall…unvorsichtig…du verschwendest keinen gedanken daran, dass du jemals verletzt werden könntest…für eine kleine ewigkeit…obwohl du spürst, dass das andere herz dich nicht so sehr liebt…unsignifikant…dennoch liebst und  liebst du es weiter…signifikant…in der hoffnung, dass du und das andere herz euch auf halben wege trifft…magnetisch in der mitte…dann kommt ohne vorwarnung eine zeit, in der du stück für stück verletzt wirst…nicht nur so ein klitzeskleines aua…nein!…du wirst immer wieder schwer verletzt…das geht tief…du bist brutal erschüttert…im kern…ja!…du bist gebrochen…alle um dich herum bemerken es…du bist am ende und willst nichts mehr von der liebe wissen…never ever again…warum solltest auch?…nachdem du durch soviel schmerz, leid, tränen, lügen und scheisse gegangen bist…zu diesem zeitpunkt kapierst du endlich: du wurdest brutal aus der brust gerissen und in tausendundein stückchen zertrümmert…auf dir wurde herum getrampelt und du wurdest einfach auf dem boden liegen gelassen…ohne schadensbegrenzung…ohne vakuum…ohne sicherheitsnetz…mein liebes herz, das alles tut mir wahnsinnig leid…verzeih mir, dass ich dich durch solch eine tortur geschleift habe...sieh es mir nach, dass ich dich auch aus diesem grund weggesperrt habe…in eine kleine eng eingeschnürte „heart shaped box“…ich wollte nicht, dass du jemals wieder solche höllenqualen erleidest…dass du wieder zum opfer einer fleischfressenden pflanze wirst…dass du in deinem stolz und in deiner ehre verletzt wirst….never ever again…als dann dieser neue typ in meinem leben aufkreuzte, hielt ich dich deshalb weiter gefangen…als geisel im tresor meiner seele…und das obwohl du unentwegt geflüstert hast, dass ich diesem neuen typen wenigstens eine chance geben soll…deine worte waren: „go for love!“…während kopf-und bauchgefühl unentwegt predigten: „no chance love“…also hielt ich dich weiterhin wohl behütet unter verschluss…schutz-mechanismus…aber dann hast du angefangen wie eine löwin für ihn zu kämpfen…allen widerständen zum trotz hast du wild und laut gegen die wände deiner box geschlagen, rebelliert, gewütet…und versucht aus meinem labyrinth zu entfliehen, auszureissen, zu entkommen…ich kam nicht umhin mich zu fragen warum du nach allem was du durchgemacht hast, dich ausgerechnet diesem typen gegenüber öffnen wolltest…das überraschte, erstaunte, beeindruckte mich…dieser typ musste demzufolge etwas ganz besonderes sein…vielleicht sogar signifikant…wenn selbst du der liebe eine zweite chance geben wolltest…es wieder vesuchen, ausprobieren, wagen wolltest…so hast du mich also grenzenlos überwältigt…ich gab nach und befreite dich aus deiner box…vogelfrei…vielleicht wollte ich auch lieber auf dich als auf meinen verstand hören…vertrauen…jetzt fühle ich, du bist verheilt…dir geht es besser als je zuvor…du hast es geschafft mich von dem „mädchen mit dem gebrochen herzen“ wieder in das „mädchen mit dem verliebten lächeln“ zurück zu verwandeln…mittlerweile habe auch ich ein gutes gefühl, was diesen neuen typen in meinem leben betrifft…bezaubernde kern-erschütterung…tausenddank mein herz…love, yeşim…

52. MAN-CHILD

13. Dezember 2010

von mann sein oder nicht sein, das ist hier die frage oder von man up, grow a beard and some balls…heute möchte ich euch von einem kulturellen phänomen berichten, dem ich in letzter zeit immer häufiger begegne…„man-child“…oder lasst es mich etwas wissenschftlicher formulieren: homo juvenile…thirty-something babyfaces…von bartwuchs keine spur…klamottentechnisch bei pubertärer streetwear hängen geblieben…baggy pants…oversized t-shirts…goldener bling bling um den hals…stets mit einem cappy auf dem kopf…eigentlich lächerlich…rechts- oder linksträger?…hmm?!…jeder weiss,  dass sie darunter ihre geheimratsecken und ersten grauen haare unweigerlich verstecken…nicht zu vergessen der rucksack, den sie stets wie ein schuljunge mit sich herumtragen…den führerschein besitzen sie auch nicht…bevorzugtes fortbewegungsmittel sind daher bmx und skateboard…oder die mum fährt sie um den block…auch in einer frau suchen sie ihre mum…die ihnen das händchen hält und für sie kocht, putzt und wäscht…wohlmöglich auch alle rechnungen bezahlt…von richtigen frauen verstehen sie sowieso nichts…geschweige denn, dass sie ihnen gewachsen sind…süchtig nach aufmerksamkeit…unreif, verspielt, unvollkommen, veantwortungslos…dennoch wandeln diese typen mit stolz geschwelter brust durch die stadt – von einer party zur andern…falscher stolz…denn ihr kalenderalter steht mit ihrem verhalten und ihrer attitüde nicht im einklang…sie sind einfach nicht ernst zu nehmen…sie stecken in einer welt zwischen „er’s guter junge“ und „whatta man“…ich komme nicht umhin mich zu fragen warum sie sich so vehement verweigern erwachsen zu werden…konsequenterweise geht doch damit das zum mann werden einher…ist ihnen das nicht bewusst?…hmm?!…ist seinen mann stehen nicht mehr erstrebenswert?!…derweil könnten sie doch männer von grösse sein…warum also der drang für immer und ewig ein kleiner junge zu bleiben?…I don’t get it…sie verkommen lieber zu stereotypen, deren grösste leidenschaft in spielzeug besteht…fussball, videospiele, poker oder wetten zocken…davon verstehen sie was…ihre expertise sind cartoons und comic-helden…batman, spiderman und co…but it’s time to be a man…to be even superman…hmm?!…man-child…they are lost boys…lost causes…lost loves…a chain of fools…


51. EMERGENCY-ROOM

6. Dezember 2010

von dr.mcdreamy und dr.mcsexy oder wie es in der notaufnahme von manhattan zugeht…ein erfahrungsbericht sozusagen…naja, aber mal von vorn…fever all through the nite…morgens zwinge ich mich zu einer eiskalten dusche, aber mir wird nur schwarz vor augen…ich weiss auch nicht mehr so genau, wie ich es geschafft habe mich anzuziehen, mit der subway zum office zu fahren und mich dann halbwegs auf meinen bürostuhl zu setzen…meine kollegen schauen mich an als komme ich von der unterwelt…naja, so blass und blutleer wie ich aussehe, ist das ja auch kein wunder…ich checke meine e-mails, arbeite halbherzig an einem paper und versuche hauptsächlich meine kotzgefühle zu ignorieren…high von den ganzen schmerzmitteln bringe ich den tag dann doch irgendwie hinter mich…nur um mich nach der arbeit mit noch mehr medikamentennachschub zu versorgen…also renne ich zum zehnten mal in die duane reade pharmacy bei mir um die ecke…zu allem unglück, erkennt mich die apothekerin wieder und meint doch tatsächlich, dass sie mir nichts mehr verkaufen kann, das mir eventuell weiterhelfen würde…ich bräuchte antibiotika und sie könnte mir das leider nicht ohne rezept verkaufen…ich solle doch in eine walk-in-clinic, um mir solch ein rezept zu holen…da ich es vor lauter schmerzen nicht mehr aushalte, mach ich mich also auf den weg zur beth israel medical group auf der 34th street…erstmal schock: zustände wie in der dritten welt…überfüllter warteraum und ich bin wie immer am ende der blöden warteschlange…wenigstens akzeptieren sie kommentarlos meine personal health insurance card…nach einer endlos erscheinenden zeit, in der mein ohnehin schon schwaches immunsystem alle noch vorhandenen bakterien und viren des wartebereichs absorbiert, gibt sich endlich jemand mit mir ab…und mit jemand, meine ich die frau am front desk…sie teilt mir ganz trocken mit, dass sie hier nix für mich tun können…„eh hallooo, seit wann stellen arzthelferinnen die diagnose?!“…„tja, wir dürfen ihnen kein blut abnehmen, d.h. sie müssen zunächst einmal in den emergency room“…„hä, dachte das hier ist bereits eine klinik“…„ja, aber wir haben keine berechtigung blutuntersuchungen vorzunehmen und für ihren fall ist dies erforderlich“…na toll, danke für’s gespräch“…also winke ich mir im halb-delirium ein taxi…der indische taxifahrer mit einem weissen turban auf dem kopf will mich über’s ohr hauen und fährt erstmal zweimal um den block…aber auch nur bis ich ihm meinen reim um die ohren haue: „I’m very sick, if you don’t hurry up, I will throw up“…innerhalb von zwei minuten katapultiert er mich vor der notaufnahme aus dem taxi…endlich am tatort NYU medical center 33rd street/1st avenue angelangt…puh, erst einmal keine blutüberströmten waffenopfer in sicht…aber dafür götter in weiss…die ärzte sehen aus wie hollywood schauspieler…einer süsser als der andere…ich drifte wohl schon in eine traumwelt ab…wow…dabei sehe ich aus wie ein stück scheisse…wieso kann ich denn nicht fantastisch aussehen, wenn ich krank bin?!…damn it!…die schmerzen sind mittlerweile unerträglich…irgendwie ist es sehr viel amüsanter das alles im tv mit george clooney im „emergency room“ zu sehen als selbst mit unerklärlichen schmerzen dort zu sitzen…zunächst einmal komme ich in einen vorraum…alles sieht trostlos und deprimierend aus…dort werden dann meine daten aufgenommen und ich muss auf einer skala mit unglücklichen smileys von 0 bis 10 angeben, wie stark meine schmerzen sind…ich gebe unverwandt smiley no. 10 an…ein totunglücklicher smiley – damit das mal klar ist…aber im nachhinein dachte ich mir dann auch, dass smiley no. 10 erst dann wohl gilt, wenn man reanimierend mit aus der brust ragenden und blutspritzenden knochen durch einen helikopter eingeliefert wird…naja, vielleicht war’s ja auch bloss smiley no. 8…who cares!…dann ging es weiter in den nächsten wartebereich und wie kann’s denn auch anderes sein, voll gepackt mit kranken menschen…man stellt sich ja eine notaufnahme in new york immer so vor, als ob dort pausenlos noch an der nadel hängende drogensüchtige hereintaumeln…aber dem war nicht so…in der wartehalle saßen ein dunkelhaariger junge mit dem arm in einer schlinge und seine überfürsorgliche mutter, die versuchte per handy die lieferanten für seine bar mitzvah umzudirigieren…dann wurde ein dicker bewusstloser mann auf einer trage hereingerollt, dessen beine bluteten und der zum glück gleich wieder weggerollt wurde…und dann kamen noch drei koreanische teenager, die sich lauthals um einen scheinbar verletzten typen stritten…ab und zu kam eine krankenschwester vorbei und nahm weitere daten auf…adresse, medizinische vorgeschichte, sozialversicherungsnummer…gründlich sind sie ja, die amerikaner…wollt ihr noch einen security check, fingerabdrücke und meinen lebenslauf???…dann fragte mich jemand noch, ob meine schmerzen auf „domestic abuse“ – einen schlagenden ehemann – zurückzuführen waren…„eh nee du lass mal, ich bin single“…aber danke, dass ihr mich jetzt auch noch daran erinnert habt, dass ich hier mutterseelenallein bin…als wiedergutmachung bekam ich von einem verdammt gut aussehenden krankenpfleger eine charta mit meinen rechten als patientin ausgehändigt…ich hatte das recht, stellte ich fest, behandelt zu werden, unabhängig von geschlecht, religion, herkunft, ethnizität, staatsbürgerschaft und so weiter und so fort…das finde ich ja alles ganz klasse, aber kann ich bitte mit nem arzt sprechen???…das war doch nun genug bürokratie, ein bisschen behandlung wäre nun auch nicht schlecht…kaum eine halbe stunde später gelangte ich ins behandlungszimmer…naja ok, zimmer ist vielleicht ein bisschen untertrieben…eigentlich war es vielmehr ein riesiger saal und die patienten wurden durch einzelne vorhänge voneinander getrennt…dann musste ich so ein patientenvorhangkleiddingsenbumsen anziehen…hinten alles offen auf durchzug…na super…halbnackt und dann auch noch peinlich berührt…naja, in meinem desolaten zustand war der versuch zu flirten sowieso tabu…eigentlich hatte ich zu diesem zeitpunkt auch schon die hoffnung aufgegeben, jemals einen arzt zu gesicht zu bekommen…aber dann riss ein doktor oder besser gesagt der attraktivste mann des ganzen emergency rooms den vorhang beiseite und betrat my land of misery…er wirkte so, als hätte er heute bereits mehrere zehntausend wunden verarztet…wie ein kriegsheld…schmacht…in der erwartung, dass er mir endlich etwas zur schmerzlinderung injizieren und mich von meinem elend befreien würde, bekam ich ein schiefes lächeln zu stande…aber weit gefehlt!…er orderte erstmal, röntgen, ultraschall, urin- und bluttests an…warum auch nicht?!…für dich würde ich auch eine niere spenden…von mir aus auch nur mit einer lokalen betäubung…und das alles nur, um dir beim operieren zu zuschauen…aahw alle tests wurden dann im zeitlupentempo durchgeführt…der krankenpfleger, auch nicht von schlechten eltern, misst mein fieber…39,5°C…zu allem überfluss, muss ich mich vor ihm dann auch noch übergeben…natürlich nicht so sexy, aber wir sind ja zum glück in einer notaufnahme…das ist hier ja alltag…am tropf hängend und stunden später, fieberwahn oder was auch immer…mein doktor mit dem lächeln wie aus der zahnpasta-werbung kommt endlich mit den testergebnissen zurück…„alles in ordnung mit ihnen…physisch fehlt ihnen überhaupt nichts…sie sind total gesund…wir können ihnen nicht helfen!“…grins grins…„sie sind somit entlassen“…„waaaaaas?!…bin ich im falschen film oder was?!…ich glühe vor lauter fieber und hab mir soeben die seele aus dem leib gekotzt…live und in farbe…wenn mir physich nichts fehlt, wieso fühlen sich dann meine schmerzen so verdammt  reeeeeeaaaaaal an???“…meine stimme vesagt…„üff, kann ich bitte mit dem hässlichen doktor von da hinten sprechen?!…der hier blickt nix…haaallooo, kann sich jetzt der richtige arzt um mich kümmern???…biiitteee!!!“…er lächelt milde und geht davon…aber ich will ihm nur noch die visage polieren…ich starte einen letzten versuch und frage den krankenpfleger: „können sie mir wenigstens antibiotika gegen die schmerzen verschreiben?!“…„nein, wir haben keine berechtigung rezepte auszustellen…dafür müssen sie mit ihren testergebnissen in eine walk-in-clinic, aber die hat jetzt wohl um diese uhrzeit leider schon zu“…„whaaaaaaaat?!…das kann doch wohl nicht wahr sein, da war ich heute doch schon!!!“…sechseinhalb stunden hatte ich mittlerweile damit verbracht professionelle/ärztliche hilfe in anspruch zu nehmen…noooooot!!!…vielleicht hatte ich das recht von dr.mcdreamy und dr.mcsexy behandelt zu werden, aber mein recht geheilt zu werden, blieb bei dem ganzen dschungel der patientenrechte auf der strecke…oohw new york, what you do to me…

 


 

50. BEST-FRIENDS

29. November 2010

von crew love is true love oder von einer anderen art von liebe…denn vielleicht brauchen wir alle mal eine pause von der schmerzvollen bittersüssen romantischen liebe…abstand von der liebe, die den rest der welt ausschliesst und die nur auf die signifikanz zweier menschen beschränkt ist…so! das geht jetzt raus an alle besten freunde dieser welt…an diejenigen freunde, die für dich lächeln, wenn du dich hals über kopf in einen neuen wildfremden typen verliebt hast…an diejenigen freunde, die mit dir zwei schachteln zigaretten von zwei bis fünf uhr morgens aufrauchen während du um einen typen weinst, der dich betrogen und belogen hat; und das alles, obwohl sie am nächsten tag schon um acht uhr wieder aufstehen und zur arbeit müssen…an diejenigen freunde, die verständnis haben und es irgendwie ertragen, dass du ausgerechnet jetzt das bedürfnis hast rund um die uhr herzschmerzmusik, sprich d’angelo und sade, zu hören…an diejenigen freunde, die sich von der arbeit oder einfach so frei nehmen nur um mit dir einen nachmittag lang frustshoppen und danach frustessen zu gehen…an diejenigen freunde, die dir dafür geld leihen ohne zu fragen, wann du es ihnen zurückzahlst…an diejenigen freunde, die dich nötigen auf irgendwelche social events mitzugehen nur um dich von deinem gebrochenen herzen abzulenken…an diejenigen freunde, die jeden auch noch so blöden facebook status-update von dir kommentieren und auf „like“ klicken nur damit du dich nicht so allein und ignoriert fühlst…an diejenigen freunde, die dir das recht zugestehen, dass du dich genauso scheisse fühlen darfst wie dich dieser typ behandelt und verletzt hat; und das, obwohl sie stunden damit verbracht haben dir zu verklickern, dass er ein schuft ist…an diejenigen freunde, die dir nicht erzählen, dass du dich deshalb zum idioten machst…aber auch an diejenigen freunde, die die kraft besitzen dir zu sagen, dass du endlich mit ihm schluss machen sollst, weil er es einfach nicht wert ist…weil sie auch diejenigen freunde sind, die den mut haben so ehrlich zu sein, um dir zu sagen, dass du absolut bescheuert bist, wenn du diesen manipulativen und fiesen typen wieder in dein leben lässt…diejenigen, die seine message inbox zu bombadieren mit nachrichten und warnungen, dass er dich ja in frieden lassen soll…diejenigen, die ihn hinter deinem rücken fertigmachen, indem sie ihm erzählen, dass es dir ohne ihn ganz fabelhaft geht, obwohl das gar nicht stimmt…diejenigen, die ihm klar machen, dass er dich endlich in ruhe lassen soll und keine spielchen mehr mit dir spielen soll, wenn er doch schon die neue am start hat…diejenigen, die an dich denken und dir umgehend liebenswerte heisse typen vorstellen nur damit du endlich auf andere gedanken kommst…ja! das geht auch raus an alle besten freunde dieser welt, die wissen, dass man auch beste freunde des anderen geschlechts besitzen kann…das sind dann diejenigen, die dich spät abends zu einem leckeren dinner einladen und du dich endlich wieder wie eine begehrte frau fühlen kannst..diejenigen, die dir zeigen, dass nicht alle typen dieser welt moralisch verdorben und verlogen sind…diejenigen, die mit dir über alles lachen ohne dich gleich küssen zu wollen…diejenigen, die dich wieder daran glauben lassen, dass es noch ein paar herzensgute typen auf dieser welt gibt…diejenigen, die dir dann einen tiefen einblick in die seele des neuen typen geben, der dir erst kürzlich vorgestellt wurde…diejenigen, die schwören, dass sie den blöden typen verkloppen werden, wenn sie ihn nur zu gesicht bekommen; oder noch besser, dass sie ihm die yakuza, triaden und mafia gleichzeitig auf den hals hetzen werden, nur weil er so etwas wundervolles und unglaubliches wie dich hintergangen hat…das geht raus an diejenigen freunde, die trotz alledem mit dir befreundet geblieben sind; und das, obwohl du sie vernachlässigt hast, weil dein besitzergreifender ex-freund jedesmal am rad drehte, wenn sie sich auch nur kurz mit dir unterhalten haben…diejenigen freunde, die dich genau so lieben wie du bist und nur deshalb eine überraschungsparty schmeissen, um dich zu feiern…diejenigen freunde, die nichts dagegen haben, dass du dich an sie ran kuschelst nur weil dir die wärme eines männlichen wesens fehlt, ohne dass sie dich fragen wieso weshalb warum…diejenigen freunde, die in diesem moment nicht mehr von dir verlangen…diejenigen freunde, die mit dir in den club gehen, um deinen ex ein bisschen eifersüchtig zu machen und dich dann aber ganz brav nach hause fahren…diejenigen freunde, die manns genug sind, um mit dir zu weinen, wenn du allein in deiner finsternis sitzt und versuchst zu verstehen, was du denn bloss getan hast, um solch einen vertrauensbruch zu verdienen…diejenigen freunde, die deine hand halten während du dich wunderst, warum du diesem typen überhaupt alles geben wolltest, was du hast…diejenigen freunde, die mit dir unzählige shots trinken, wenn du dich deshalb sinnlos betrinkst…diejenigen freunde, die danach mit dir alles wieder auskotzen…diejenigen freunde, die deinen schmerz fühlen und realisieren, dass sie dich nicht berühren können, um dir darüber hinweg zu helfen…beste freunde verraten einander nicht…sie streiten manchmal gegeneinander…beste freunde widersprechen einander…sie lachen miteinander und übereinander…beste freunde sind etwas ganz anderes…sie sind eine andere art von liebe…beste freunde sind gottes art zu sagen: „hier! ich weiß es ist hart auf der suche nach deinem „signifikant anderen“ zu sein…aber hier auf dieser welt gibt es noch einige andere menschen und bei denen kannst du dir tausendundeinprozent sicher sein, dass du immer auf sie zählen kannst!…sie sind die familie, die du dir ausgesucht hast…aber noch viel besser: sie lieben dich selbstlos und ohne die bürde der moralischen obligation, dich lieben zu müssen“…die heutige kolumne ist meine entschuldigung für alles was ich meinen besten freundschaften schon angetan habe…dies ist auch meine art alle daran zu erinnern, dass es auf dieser welt mehr als nur die liebe zwischen irgendeinem typen und einer frau gibt…und ich liebe alle meine besten freunde viel mehr, als dass ich diesen typen je geliebt habe…meine besten freunde, ich vermisse euch alle wahnsinnig und ich hoffe sehr, dass ich euch bald wiedersehen werde…„I’ll be there for you“…

49. SCHREIB-BLOCKADE

22. November 2010

von angst-hasen und tinten-fischen oder warum du mit dem schreiben aufhören musst…yeşim was ist nur aus dir geworden?…pah, du bist im wahrsten sinne des wortes ein angst-hase…ist dir eigentlich bewusst, wie unheimlich gross deine angst mittlerweile davor geworden ist, die „liebe“ wieder in dein leben zu lassen?…aber du kannst ja einfach nicht damit aufhören deine kostbare tinte an ihn zu verschwenden…wenn du über das papier fährst, klammert sich sein signifikanter name immer zu allererst an deinen füller…immer und immer wieder…er streift ein durcheinander auf alles was er berührt…auch seine kaffeeflecken auf deinem wohnzimmertisch sind immer noch zu sehen…obwohl er schon längst von dir gegangen ist…aber du lässt es zu, dass er noch immer mit dir in gedanken ist…er hatte die unheimliche gabe alles um sich herum in ein chaos zu verwandeln…er hat fast immer den ganzen raum in anspruch genommen…viel zu viel für dein kleines apartment…auch jetzt noch, füllt er deinen raum mit bergen von zerknüllten zetteln, briefen, songtexten und novellensammlungen…manche nennen ihn deine inspiration, aber um ehrlich zu sein, fühlt er sich doch vielmehr an wie eine invasion…jeder millimeter von ihm füllt deine tagebücher und lässt ihr papier verkrampfen…du wirst doch auch so langsam müde über ihn zu schreiben…du willst doch auch endlich über jemand anderen schreiben…schreib-blockade(?!)…alles was er dir hinterlassen hat, ist das endlos kursiv seiner gedichte…die buchstaben bleiben jedoch blass…die erinnerung an ihn verblasst auch…gib’s doch zu…deine ränder sind bald wirklich voll…du musst eine neue seite aufschlagen…du brauchst zumindest einen neuen absatz in deinem leben…dein füller ist viel zu schwer…das erinnert dich doch auch nur wieder an das gewicht von seiner hand auf deiner hand…leg den füller aus der hand…die tinte läuft im zeitlupentempo aus…auch dein papier schwindet langsam…und hinterlässt nur noch tintenflecken auf deinen fingerkuppen…blau…royalblau…das ist ja auch mittlerweile deine farbe…du ertrinkst sonst wie ein fisch in tinte…pah, jetzt bist du ein tinten-fisch…lass es nicht mehr zu, dass er noch weiter über dein papier blutet…lass das schreiben sein…there is a limit to your love…your love, your love, your love…


48. MAGIC-KINGDOM

15. November 2010

von flughäfen und von big jet planes…ich weiss auch nicht was es ist, aber flughäfen faszinieren mich…abflug und ankunft haben etwas an sich, dass mich romantisch optimistisch stimmt…vielleicht liegt es am abschiedsschmerz und an der wiedersehensfreude…vielleicht sind es die wilden, überteuerten und durchrüttelnden taxifahrten mit den verrücktesten taxifahrern der welt – „einmal unfreiwillig, kreuz und quer durch die stadt bis zum airport bitte!“…vielleicht ist es die tatsache, dass ich mich voll bepackt durch die überfüllten terminals kämpfe…vielleicht das ganze durcheinander…vielleicht liegt es an den exotischen, kandierten und gepuderzuckerten trockenfrüchten der kioske, die neugierig auf fremde welten, sitten und gebräuche machen…vielleicht die duty-free shops…vielleicht sind es all die menschen mit ihren trolleys, koffern und reisetaschen…vielleicht ist es meine aufregung, erwartung und sensation der neuen destination…vielleicht sind es die abenteuer, die auf mich warten…vielleicht, weil ich mich trotz der ganzen sicherheits-kontrollen in gefahr begebe…vielleicht, weil ich mich auch ein wenig wie eine geheimagentin in geheimer mission fühle…vielleicht, weil mich die security guys jedesmal auf’s neue am check-in ärgern…vielleicht, weil ich mich eigentlich am besten gleich selbst auch auf’s röntgen-band für’s handgepäck legen sollte, um mir folgendes zu ersparen: jacke aus – durch’s röntgen – wieder zurück – schuhe aus – durch’s röntgen – wieder zurück – gürtel aus – durch’s röntgen – wieder zurück – schal, schmuck und uhr aus – wieder durch’s röntgen – wieder piept dieser bums alarmstufe rot – langsam habe ich genug röntgen-strahlen für ein jahr gesammelt – schlussendlich nasenring (!) aus – endlich bekomme ich das ok – also wieder alles anziehen…ja, vielleicht auch das gefühl vor scham im boden zu versinken…vielleicht auch die wachsende warteschlange hinter mir…vielleicht die aufkommende langeweile während der transferzeit, die mich immer dazu bringt, wahllos familie und freunde anzurufen, um ihnen – falls mein flugzeug abstürzt und mir was schreckliches passiert – noch schnell zu sagen, dass ich sie über alles liebe und dass sie mich nicht vergessen sollen…(oops, kurz mal alle in panik versetzt – sorry!)…vielleicht, weil alles kribbelt beim take-off…vielleicht die feste überzeugung, dass hoffentlich kein selbstmord-attentäter an bord ist…vielleicht bin ich die einzige, die flughäfen als zauberhafte zwischenwelt empfindet…also known as the magic kingdom of romance…vielleicht, weil ich mich bei der zwischenlandung neben jemand wildfremdes im wartebereich setzen muss…vielleicht, weil das dann zufällig ein model sein wird, das seinen anschlussflug nach kambodscha kriegen muss, um dort freiwilligkeitarbeit in einem waisenhaus zu leisten…vielleicht, weil ich den gateway in der hoffnung entlang schreite, dass der süsse typ aus der wartehalle neben mir im sitz landet…vielleicht wegen boing 747 sitz 46 a und b…vielleicht die möglichkeit einer konversation mit einem unbekannten…vielleicht für acht lange stunden…vielleicht der wunsch, dass mich mein sitznachbar dann tatsächlich mit einem sexy französischen akzent anspricht und ich trotz neun jahre französisch-unterricht und mehreren frankreich-aufenthalten nur „bahnhof“ verstehe…vielleicht, weil mir das in dem moment aber völlig schnuppe sein wird…vielleicht, weil ich dann erst einmal auf die restrooms renne, um mein make-up one two three zu checken…vielleicht, weil wir uns dann über den ganzen flug über auf englisch unterhalten werden…vielleicht deep in parley…vielleicht streift unsere konversation wesentliches – sophisticated to emotional to deeply sensual…vielleicht jungs‘ kollektive unbewusste, 12-dimensionale universen, rumi poetry und kama sutra…vielleicht eine wahrhafte quelle der inspiration…vielleicht auch, weil ich den ganzen flug nur verschlafe…vielleicht, weil mich langstreckenflüge einfach nur schlauchen…vielleicht liegt es am höhenunterschied…vielleicht an meinem übergepäck…vielleicht am piloten…vielleicht am touch-down…vielleicht, weil ich hoffnungslos bin und ans magic kingdom glaube…vielleicht flying wasted romance…yeşim akbaba also known as queen without kingdom…

47. NACKT-AUFNAHMEN

8. November 2010

von dem unterschied der zeit oder von nackt-aufnahmen…bald geht die sonne auf…schlaflos liege ich mit dir in gedanken da…stunden, minuten, momente verstreichen…langsamkeits-rekord…eine kleine baby-spinne krabbelt über die wand…nackte angst…wie gerne würde ich sie umlegen, aber ich hab schiss vor dem mutter-tier…wie gerne würde ich einschlafen und neben dir wieder aufwachen…wie gerne wäre ich nackt mit dir…aber du bist tausende meilen entfernt…du hättest sie bestimmt für mich getötet…mörderische nacktheit…wie gerne wäre ich in deiner zeitzone, aber die zeit ist hier eine andere…00:59uhr…nachts…01:00uhr…ich bin immer noch wach…1:01uhr…du wandelst durch meinen kopf…01:02uhr…ich muss an deine augen denken…01:03uhr…ich muss lächeln…01:04uhr…ich versuche zu schlafen…01:05uhr…ich verfluche den zeitunterschied…01:20uhr…ich versuche wirklich zu schlafen…01:30uhr…verschwinde jetzt endlich aus meinen gedanken….01:40uhr…ich muss an deine lippen denken…01:50uhr…ich kann immer noch nicht einschlafen…02:00uhr…ich bin jetzt wirklich müde…03:00uhr…du du du…04:00uhr…du wanderst in meinem herzen…05:00uhr…endlich falle ich in den schlaf…06:00uhr…ich träume von dir…08:00uhr…der wecker klingelt…08:05uhr…ring ring ring…09:00uhr…ich muss ins office mit coffee, camera und dem neuen „theophilus london“-mixtape im ohr….nackt-aufnahmen meiner city…natürlich mache ich mich zunächst einmal auf die jagd nach pancakes…in der u-bahn station fällt mir ein junger typ auf…er scheint sich auf etwas besonderes vorzubereiten…schon von weitem kann ich erkennen, dass er ein outfit an hat, in dem er sich besonders cool zu fühlen scheint…urban…ich bin fasziniert und kann den blick nicht abwenden…er spuckt immer wieder auf seine nike high-tops und poliert sie mit einem kleinen tuch auf hochglanz…positioniert sein yankees cap perfekt auf die rechte seite…zupft immer wieder an seiner jeans…so tief bis seine superman-unterhose für alle sichtbar ist…es ist klar, dieser typ hat heute noch etwas vor…er ist kurios…was er wohl im schilde führt?…ich komme nicht umhin mich zu fragen wohin er wohl so früh am morgen will…neun uhr morgens ist wohl zu früh für ein date…er wirkt auch etwas nervös…die u-bahn fährt ein und wir steigen beide in denselben waggon…die türen schliessen sich…das abteil ist voll mit den unterschiedlichsten menschen…er stellt seinen rucksack auf den boden und packt sein ghetto blaster aus…big boi’s „shutterbug“ dröhnt aus den boxen…wie aus dem nichts beginnt er mit einer hochkomplizierten dance choreography…mitten in der u-bahn…vor allen…einfach so…und es ist nicht irgendwie peinlich oder so, dass es fremdschämen verursacht…es ist nicht die art von freestyle-perfomance…nein, das ganze  ist bis in die haarwurzeln fabelhaft durchchoreografiert…perfektion…seine attitüde: „ich hab in 20 minuten eine audition bei beyoncé und ich scheiss drauf, wo ich mir jetzt noch den letzten feinschliff für meine choreo herhole“…ich bewundere seinen mut…er ist so frei, indem wie er sich bewegt…irgendwie scheint er überhaupt keine hemmungen zu haben…er tut nur das, was er tun muss und verschwendet keinen einzigen gedanken daran, was andere über ihn denken…die leute in der u-bahn sind begeistert und klatschen beifall…mir wird wieder bewusst, dass diese city jeden kleinsten hauch von verlegenheit vernichtet…alle werden hier ständig miteinander konfrontiert…irgendwann kümmert es niemanden mehr, ob man unerschrocken angestarrt wird oder nicht…als ich das erste mal hierher kam, wunderte ich mich noch, warum alle so merkwürdig eng miteinander zu sein schienen…trotz all der oberflächlichkeit und anonymität…anfangs war auch ich ein wenig verunsichert…über jeden move, den ich machte…was ich anhatte…oder was andere über das buch dachten, das ich gerade in der u-bahn las…aber das alles kümmert mich schon lange nicht mehr…ich hab mich mittlerweile daran gewöhnt, dass nonstop so viele menschen um mich herum sind…die leute scheissen sowieso drauf, was ich anhabe…wie ich aussehe…oder wer ich bin…ob ich nackt bin oder nicht…jeder macht hier sein eigenes ding…relaxing in a way…ich sehe täglich typen in der u-bahn von ihren feinen schuhen in joggingschuhe wechseln…oder mädels, die noch ihr party make-up auflegen und sich öffentlich umziehen…halbnackte bettler…alle sind hier ein wenig mehr blossgestellt…offenbaren ein wenig mehr ihrer verletzlichkeit…dies führt ein wenig mehr zu zwischenmenschlicher nähe…naked for life…

46. AUGEN-BLICK

1. November 2010

von unserem augenblick oder nur damit du bescheid weisst…da stand ich also neben dem dj pult und beobachtete den mit fremden gesichtern überfüllten raum…nüchtern…stellte ich mir die mysterien vor, die wohl hinter jedem augenpaar unerkennbar für mich verborgen blieben…undurchsichtig…mein blick blieb immer wieder an dir hängen…durch den rauch der zigaretten konnte ich dein mir vertrautes gesicht erkennen…glasklar…auch die art wie du mich aus dem augenwinkel ansahst, wenn du dachtest, dass ich gerade nicht in deine richtung schaute, lies mich erkennen, dass du dich auch von mir angezogen fühlst…magisch…irgendwas an deinem blick veriet mir, dass dein herz ein schlafender gigant sein musste…misshandelt von jemandem, den du einst geliebt hast…erschüttert…ich sah die unsicherheit in deinem blick, aber auch das glänzen in deinen augen…angetrunken…jedes mal, wenn ich mich auf der tanzfläche nach dir umwandte, hast du mich unverwandt angelächelt…sexy…hinter deinem lächeln lag die ungewissheit…ich kam nicht umhin mich zu fragen, was wohl das funkeln in deinen augen bedeutet…geheimnisvoll…wir kamen uns näher bis ich mich in deinen augen sehen konnte…tanzend zu biggie smalls‘ „juicy“…„it’s all good bebe bebe“…resolut…hast du deine hand nach mir ausgestreckt…ich entzog mich dir…unsere fingerspitzen berührten sich dennoch flüchtig für einen augenblick…elektrisiert…spürbar trotz der vibrierenden beats und des pulsierenden basses…du gingst mir unter die haut…gänsehaut…die geschichten der fremden menschen um uns herum interessierten mich nicht mehr…sie waren nur noch ein zu vernachlässigender und zu vergessender mysteriöser haufen…die einzige geschichte, die nur noch zwischen aschenbechern, zerbrochenen gläsern und bierflaschen zählte, war die unsere…vertraut…war sie sicher zwischen unseren herzen…unsere blicke verfingen sich in unseren augen…wir konnten nicht anders ausser schüchtern darüber zu lächeln…unsere herzfrequenzen änderten sich signifikant mach 3…von einem augenblick zum anderen…„and if you don’t know, now you know“…

45. CROSS-READING II

29. Oktober 2010

Cross-Reading | Lesung von und mit Linnie Sharma, Yeşim Akbaba und Linda-Rachel Sabiers am 10. August 2010 um 19.30 Uhr im Café „Mein Haus am See“ in der Brunnenstr. 197/Ecke Torstr. in 10119 Berlin.

 

Berlin 2010 – Drei Kolumnistinnen, drei Leben, viele Geschichten. Ein „Cross-Reading“ von und mit Linnie Sharma, Yeşim Akbaba und Linda-Rachel Sabiers am 10. August 2010 um 19.30 Uhr im Café „Mein Haus am See“.

Wenn das Schicksal und der Zufall ein Gesicht hätten, so würden sie ihnen gerne in ebendieses Lachen – denn durch einen schicksalshaften Zufall wurden Sharma, Akbaba und Sabiers vor nicht allzu langer Zeit zusammengeführt. Daraus entstand, besser gesagt durch das gemeinsame Interesse am kreativen Schreiben, das wiederum von persönlichen schicksalshaften Momenten lebt, das gemeinsame Projekt „Cross-Reading“.


Wer sind die Menschen hinter dieser Idee?


Linnie Sharma, Berlinerin mit indischen Wurzeln, Kommunikationswissenschaftlerin und Pilates-Trainerin schreibt in ihrem Buch „Von Grünen Meeresschildkröten“, über die Wellen des Lebens gegen die es zu kämpfen gilt. Entstanden ist ein Lebensbejahendes Werk, das zum Schmunzeln und Nachdenken einlädt.


Yeşim Akbaba ist Juristin, Poetin und Kolumnistin kurdischer Herkunft und lässt ihrem Talent für das Schreiben von packenden und sensiblen Kurzgeschichten seit Januar 2010 in ihrer wöchentlichen Online-Kolumne auf https://yesimakbaba.wordpress.com freien Lauf. Die Kolumne nennt sich G.E.D.A.N.K.E.N.F.E.T.Z.E.N. und dreht sich um zwischenmenschliche Beziehungen, insbesondere um die Beziehung zum „Signifikant Anderen“.


Linda-Rachel Sabiers, freischaffende Werbetexterin, frisch im Oktober 2009 von Köln nach Berlin gezogen, fühlt sich sich wie „FREIWILD“ in ihrem ganz persönlichen Großstadt-Dschungel und schreibt diese Erlebnisse in gleichnamigen Kurzgeschichten nieder.


Was versteht man unter einem „Cross-Reading“?


Aus den USA langsam nach Deutschland schwappend, sind Cross-Readings ein Schlagabtausch zwischen kreativen Schreiberlingen und Sprechkünstlern, die während einer gemeinsamen Lesung durch gekonnte Lese-Performances ihre Geschichten und Stimmen miteinander verschwimmen lassen.

Sharma, Akbaba und Sabiers vertrauten, mit gesunder Distanz zu ihrem Geschriebenen, ihre Geschichten den Sprecherinnen Castro, Mirnik und Kahana an, die jeden einzelnen Gedanken mit ihren individuellen, ausdrucksstarken Stimmen untermalten, und damit zum Leben erweckten.

Sängerin Laura López Castro las aus „Von Grünen Meeresschildkröten“, MTV Germany’s Stimme Liora Mirnik las aus „G.E.D.A.N.K.E.N.F.E.T.Z.E.N.“ und Synchronsprecherin Tanya Kahana (JUNO, GOSSIP GIRL, u.v.m.) las aus „FREIWILD“.

Ob Zufall oder Schicksal – entstanden ist eine Idee, die es so in Berlin nicht alle Tage gibt. Dynamische, emotionale und mitreißende Gedanken dreier Individualistinnen, gelesen von drei einprägsamen Stimmkünstlerinnen in sehr besonderer Location. Verfeinert wurde das ganze mit dem Sound von DJ Thank You aus Paris.

Getreu dem Motto „Life is what happens to you while you are busy making other plans“, lud das Trio am 10. August 2010 um 19:30 Uhr zu einem Lese-Abend ein, der den ein oder anderen Zufall mit sich brachte!


Mehr zum „Cross-Reading“ unter:

http://mein-haus-am-see.blogspot.com/2010/07/cross-reading-lesung-von-und-mit-linnie.html

http://www.facebook.com/event.php?eid=112599412123804

Mehr Impressionen zum „Cross-Reading“ unter:

http://www.vimeo.com/16281172

http://www.facebook.com/album.php?aid=195311&id=233217048902

http://www.facebook.com/album.php?aid=209461&id=233217048902

http://www.facebook.com/album.php?aid=209447&id=233217048902

http://www.facebook.com/album.php?aid=209440&id=233217048902

44. NEXT-LIFETIME

25. Oktober 2010

von einem teil von dir und von einem teil von mir…ein teil von dir will mich ganz für sich allein – ein teil von dir will mich nur verführen…ein teil von dir weiss, ich bin off limits – ein teil von dir weiss, du bist zu cool für mich…ein teil von dir denkt, lass mich doch endlich an dich ran – ein teil von dir denkt, zwischen uns ist bald ein ozean…ein teil von dir versteht mich nicht – ein teil von dir eilt seiner zeit voraus…ein teil von dir will ein besserer mann sein – ein teil von dir will mich doch überhaupt nicht…ein teil von dir möchte mich küssen – ein teil von dir möchte mich ganz schnell vergessen…ein teil von dir ist absolut planlos – ein teil von dir hat einen masterplan…ein teil von dir ist mir weit überlegen – ein teil von dir zieht mich dennoch in deine welt…ein teil von dir ist überrascht von mir – ein teil von dir sieht durch mich hindurch…ein teil von dir respektiert mich nicht – ein teil von dir verfällt mir immer mehr…ein teil von dir will alle teilchen beschleunigen – ein teil von dir in mir…maybe next lifetime!…ein teil von mir will dich links liegen lassen – ein teil von mir will dich entführen…ein teil von mir weiss, du bist ein bad man – ein teil von mir weiss, ich bin zu klug für dich…ein teil von mir denkt, ohne dich bin ich besser dran – ein teil von mir denkt, gib ihm doch eine chance…ein teil von mir ist schon zehn schritte voraus – ein teil von mir hängt noch in der vergangenheit…ein teil von mir gehört einem anderen mann – ein teil von mir kontrolliert mich viel zu sehr…ein teil von mir ist längst verbrannt – ein teil von mir ist jetzt für dich entbrannt…ein teil von mir ist unbedacht – ein teil von mir ist so durchdacht…ein teil von mir will weit weg von dir – ein teil von mir will dich berühren…ein teil von mir ist jetzt verwirrt – ein teil von mir weiss genau bescheid…ein teil von mir erträgt das alles nicht – ein teil von mir bewundert deinen mut…ein teil von mir ist hin- und hergerissen zwischen dir und mir – ein teil von mir bei dir…maybe next lifetime?…

43. WOMAN’S-WORTH

18. Oktober 2010

von being a real man oder vom hinterherrennen…verdammt nochmal, warum sitzt du hier blöd rum und wartest darauf, dass sie dich anruft???…das ist doch das, was du eigentlich tun solltest!!!…ich meine, wenn du sie tatsächlich liebst…warte also nicht darauf, dass sie dir ein zeichen gibt…solch ein zeichen wird sie dir vermutlich niemals geben...das ist dein job!…sie ist auch keine verdammte telenovela oder ein tornado…also starr‘ sie nicht nur so blöd an…tu‘ etwas…irgendwas!…es gab menschen in meinem leben, die ich vielleicht geliebt hätte…wenn sie für mich in ein flugzeug gestiegen wären…oder mir auf der strasse hinterher gerannt wären…oder mich einfach nur angerufen hätten…betrunken und um vier uhr morgens…weil sie mir genau dann etwas zu sagen haben…und weil sie es dann nicht mehr zurücknehmen – bereuen können…ach, dann hätte ich für die ewigkeit gewusst, dass ich nicht die einzige bin, die verrückte sachen unternimmt, um zu lieben – geliebt zu werden…so damn all the people who would never give enough of a fuck to do it back…glaub mir, es ist waghalsig, mutig und so unendlich sexy, sich zum idioten zu machen, verletzlichkeit zu zeigen und ehrlich zu sein…3000 kilometer in vier tagen zurückzulegen, nur um sie in dich verliebt machen…also kannst du hier nicht nur blöd herumsitzen und nichts tun…steh‘ also auf und renn‘ ihr hinterher…oder ruf‘ sie an und mach‘ dich zum affen…who cares!…und nur schwermütig in den telefonhörer zu atmen, zählt nicht…bringt auch nichts und ist auch nicht das, was liebe ausmacht…mach‘ also den mund auf und sag‘ ihr was du fühlst…renn‘ und schrei‘ es heraus…sei mit ihr eins…in jeder erdenklichen art und weise…opfere deinen stolz…komm‘ aus dir heraus und gewinn‘ sie für dich…denn das ist wunderschön…das ist grosszügig und das ist was „lieben“ bedeutet…raw and unguarded…you can change her „forever“ and she kann change yours…a woman’s worth…so be a real man…

42. GEDANKEN-KARUSSEL

11. Oktober 2010

von einer geschichte, die ich seit jahren mit mir herumtrage oder von desorientierter orientierung…und ich denke…ich stehe allein…im schnittpunkt meiner eigenen menge…dort bin ich einzig und allein auf mich gestellt…aber die menschen sind überall um mich herum…wie ameisen in ihrem staat…aber nicht alle sind gleich hier…sie kommen von allen seiten…von überall her…auf mich zu…immer näher…engen mich ein…beklemmend…schubsen mich…drängeln sich an mir vorbei…gehen beachtungslos weiter…im ende nimmt niemand das, was passiert, so richtig wahr…„ich“ werde in eine ecke abgedrängt…gegen die wand…geschubst…blaue flecken…grün und blau…blau wie meine stimmung jetzt…und ich denke…zurück…und rieche…haarspray, schweiss und billiges parfüm…und blut…rot…ich verliere fast das gleichgewicht…es wird dunkel…schwarz…und ich denke…wieso stossen sie mich herum?…an den rand…spucken mir mit einem lächeln in mein gesicht…und ich denke…und höre…„was machst du hier?“…„verschwinde!“…„du gehörst nicht her!“…„geh zurück in dein eigenes land!“…und ich denke…und sehe…tatsächlich – niemand sieht hier so aus wie ich oder wie da, wo ich herkomme!…wo komme ich überhaupt her und wo will ich hin?…und ich denke…weiter…mein bauchnabel dreht sich…zwischen orient und okzident…gedanken-karussel…und ich denke…und fühle…wieso hört dieser schmerz nicht auf?…ich will mich betrinken…rum oder whisky?…aber ein wenig wasser wäre wohl die bessere idee…ich wünschte, mir würde jemand auch nur einen einzigen schluck wasser geben…aber niemand hilft mir…sie starren nur…oder…meiden ganz den blick…nicht ein einziger erhebt die stimme…eilt in meine ecke…an meine seite…in meine schnittmenge…und ich denke…an etwas anderes…wo gehöre ich hin?…und…wer zum teufel bin ich?…und ich denke…ein lichtblick…für eine sekunde, dass ich meine eltern in der menschenmenge entdeckt habe und sie es sind, die mir zu hilfe eilen…aber niemand sieht hier aus wie ein mitglied meiner familie – wie ich…jemand hetzt in meine richtung…ich strecke meine hand aus…ein lichtdurchflutetes lied tuned in mein gehirn…ich gebe der schwerkraft nach und lass mich gen beton fallen…in die arme…die menge löst sich auf…die menschen verschwinden in die nacht…ich sehe schrecklich aus…und ich denke…was denke ich hier eigentlich?…ach, wen juckt’s jetzt schon noch wie ich aussehe?…und ich denke…vielleicht hätte ich nicht hierher kommen sollen?(!)…und ich denke…ich bin schuld!(?)…ich muss diesen blutgeschmack loswerden…die sonne blendet mich…sie geht auf…überlebt…und ich denke…ich bin anders…ich bin ein schnittpunkt…soft target…

41. WIEDERHOLUNGS-TÄTER

4. Oktober 2010

von repeat oder von warum wir wiederholungstäter sind…die letzte nacht habe ich mit dir verbracht…ich lag in deinem bett…umschlugen mit dir…süchtig nach wärme…nicht nach dem zimmer oder nach der temperatur…sondern süchtig nach der wärme des körpers genau neben mir im tiefen schlaf – als ob nichts und niemand in der welt ihm etwas anhaben könnte…ich, hingegen schlaflos, starrte mit grossen augen durch das trübe dunkel des schlafzimmers…während mein blick über die rotierenden blätter des ventilators schweifte…sie drehten und drehten sich…in einer einzigen bewegung…immer und immer wieder…wie wir…eine wiederholung…ich fühlte die stille…ich fühlte die distanz zwischen uns…es fühlte sich an als ob ein kamel sich zwischen uns gezwängt hätte…obwohl uns im grunde genommen nur zwei oder drei zentimeter trennten…das war die letzte nacht, die ich mit dir verbracht habe – zusammen – fern von dir…


40. HERZ-STILLSTAND

27. September 2010

von kälte oder von versprechen…ich dachte, ich hätte mich an die kälte mittlerweile gewöhnt…es ist ja jetzt auch schon eine kleine ewigkeit her…vielleicht fühlt  „er“ die kälte auch gerade…immerhin war „er“ so kalt zu mir…ich fühle jedenfalls die leere…happiness once within me dies…die unterkühlten tiefen meiner seele lassen nur noch mehr kälte zu…tiefer…schärfer…ohne ausweg…so etwas wie temperatur existiert nicht mehr…die kälte erfüllt mich…meine leere…ich schlafe nur um davon zu träumen, wie wir uns einst geliebt haben…aber ich erfiere…eyes wide open…wieder wach…ich bin immer noch vereist…ich realisiere die kälte nun umso mehr…auch die, die jetzt meine erinnerungen beschleicht…mit der zeit gefriert zu einer eisskulptur…I can’t move on…zeit…die zeit mit dir…ich kann sie einfach nicht ausblenden…einfrieren…vergessen…wie alles andere…ich will ja loslassen…das einzige was mich aufhält, ist mein herzschlag…es erliegt dieser kälte nicht…rastlos…liebt es weiter…es hält sein verprechen: niemals aufhören dich zu lieben…deins hat dieses versprechen nicht gehalten…herz-stillstand…I’m dyin‘ to be open for love…

39. SCHLÜSSEL-ERLEBNISSE

20. September 2010

von schlüssel-erlebnissen oder du, ich und ein unbekümmerter remix aus den dingen, die uns tangierten…no fuckin‘ around…die narben auf deinen knien, die von deinem einst jugendlichen leichtsinn zeugen…die one-hit-wonder-melodien, die du morgens so schrecklich schräg summst…dein café-brezel-zeitungs-ritual beim frühstück…deine bio-produkte…nussbrot…der duft deiner haare, wenn sie noch feucht vom duschen sind…die zwei (eigentlich fünf) grauen haare in deinem drei-tage-bart…die klamotten, die du trägst…deine sneakers…deine faszination für basketball…deine plattensammlung, die sogar ein paar alte platten von deiner oma beinhaltet…deine 5kg-hanteln, die seit jahren unberührt unter deinem bett liegen…deine hip-hop remixe, die du immer im auto für mich laufen lässt…der raue putz an deinen wohnzimmer-wänden…deine din a5 zeichnungen von dem tattoo, das du dir schon seit ewigkeiten stechen lassen willst…der kaugummi, der unter deinem küchentisch klebt…deine milchzähne in der kleinen box auf deinem schreibtisch…die stellen, an denen du kitzlig bist…der sound des windes, der nachts durch die undichte stelle unterhalb deiner schlafzimmer-fensterkante reinzieht…das ticken deines weckers, das mich wahnsinnig macht…die verrückten geschichten, die du mir dann immer erzählst, weil ich nicht wieder einschlafen kann…deine hände…schlaflose stunden…nächte…dein begehren…deine umarmungen im schlaf…deine verwuschelten haare, wenn du aufwachst…deine komischen kopfschmerztabletten, von denen du immer ein wenig high wirst…das lächeln mit dem du nach hause kommst, wenn du im office gute leistungen abgeliefert hast…dein stolz…deine freude, wenn du immer noch die matheaufgaben aus deiner schulzeit lösen kannst…dein ehrgeiz, wenn wir stadt-land-fluss spielen und du einfach nicht gegen mich gewinnen kannst…dein humor, wenn du zuviel trinkst…deine blackouts…deine lustigen notlügen und wenn du dich dann immer selber verrätst…die menschen, mit denen du dich umgibst…das thai-take-out-dinner von gestern im kühlschrank…billiger wein…der schmerz, den du mir zufügt hast…das post-päckchen, das heute morgen für dich gekommen ist…deine art dich am telefon kurzzufassen…die süssen nichtigkeiten, die jetzt über deinen lippen kommen…deine halb ausgerauchte zigarette im aschenbecher…die coke zero, die dir auf der zunge prickelt…dein blick…erlebnisse…entwicklung…photosynthese…jahreszeiten…einsamkeits-zentrum…meine schlüssel, die du mir gerade zurückgegeben hast…everything is a remix…

38. BREAK-UP

13. September 2010

von „the end“ oder warum ich dir alles gegeben habe…ich kann einfach nicht mehr…du sagst dinge, die du doch eigentlich gar nicht so meinst!?…aber ich höre dich nicht mehr…ich bin mittlerweile taub!…betäubt vom schmerz!…alles ist auf einmal anders…deine taschen stehen plötzlich gepackt…an der haustür…mit deiner zahnbürste…hmm?!…es steht auch in deinem gesicht geschrieben…es ist endgültig vorbei…ich spüre es…ich bin zu weit gegangen…du noch viel weiter…DU…hast aufgegeben…UNS…gleich verlässt du meine wohnung…MICH…ich fühle dich…auf meinen lippen…intensiv…dann…gehst du…tatsächlich…ohne worte…mir bleibt nur noch, dir durch das fenster hinterher zu schauen…du lässt den kopf hängen…dein gang ist komisch…du drehst dich noch ein letztes mal um…du siehst traurig aus…du winkst kurz…bevor du um die hausecke verschwindest…ich vermisse dich schon jetzt…ich hab‘ dir doch noch gar nicht alles erzählt von mir…nur einen teil…nur die hälfte…in meinen gedanken…in meinem kopf…in meiner seele…teilte ich schon alles von mir mit dir…du warst meine bessere hälfte…du musst wissen, ich hab‘ dich geliebt…ich hab‘ dir alles gegeben…alles was du wolltest…zuviel?!…schau her, jetzt hab‘ ich alles verloren…dich…und somit auch mein herz…vielleicht auch bald meinen verstand…jetzt sind wir vergangenheit…unsere zeit ist abgelaufen…ich wandere wieder allein durch das tal der einsamen herzen…wie ein rebell…ich bin frei…(wofür?!)…mit einem schwarzen loch in meiner brust…das mich nach unten zieht…in die tiefe…mein atem geht schwer…mein puls vibriert…die tränen fliessen in richtung erde…am ende!?…unser ende reflektiert unsere beziehung nicht im gerinsten…es wird uns einfach nicht gerecht…but I know, there is no good way to break up…no poetic justice…


37. ESEL-SZENARIO

6. September 2010

von eseln oder von „wenigstens“…wieso sind die typen immer so angestrengt und konzentrieren sich immerzu nur auf die falschen dinge im leben?!…wir ladies wollen doch nicht die welt, diamanten und edelsteine…oookaay jaaa, manchmal wollen wir auch das…aber im grunde sind wir realistisch…und wir haben verständnis…ihr müsst also nicht die welt bzw. alles haben…wir wissen doch, dass ihr uns die ganze welt nicht immer zu füssen legen könnt…immerhin reden wir hier von der welt…und wir wollen nicht die vedammte weite welt…wir können euch doch auch nicht die ganze welt bieten…also erwarten wir das auch erst gar nicht von euch…was wir erwarten ist, dass ihr das „wenigstens“ habt…ich hoffe, ihr könnt mir noch folgen?!…ich wette, alle typen, die das jetzt lesen, fragen sich: was verdammt nochmal ist das „wenigstens“?!…stellt euch folgendes szenario vor: wir ladies, haben alle irgendwie schon einmal einen typen getroffen und gedacht: „uuhw der typ ist zwar nicht ganz sooo süss und cool, aber „wenigstens“ hat er einen verdammten plan vom leben“…„wenigstens“ hat er einen job und kann seine rechnungen selbst bezahlen…„wenigstens“ hat er ein eigenes apartment, wo wir auch mal ungestört für uns sein können – ohne nervigen, dauerkiffenden mitbewohner…„wenigstens“ hat er ein auto und kann mich ab und zu auch mal zu einem date abholen…aber im prinzip ist es mir egal, ob du ein auto hast oder nicht…du kannst mich auch mit einem verdammten esel abholen…ich steige auch auf einen verdammten esel…denn ich trage zu einem date high heels…und ich will verdammt nochmal nicht zu fuss gehen…ich helfe dir sogar diesen esel zu versorgen…füttern, wasser geben und all so einen kram…ja! das würde ich tun, denn esel sind meine lieblingstiere…ich liebe esel…„wenigstens“ müssen wir dann nicht mit den öffentlichen verkehrsmitteln fahren…„wenigstens“ hast du überhaupt was zu bieten…ich will nicht dein leben – ich will ein „wenigstens“…mir ist es egal, ob das „wenigstens“ nur darin besteht, dass du gratis-ticktes für konzerte abchecken kannst…„wenigstens“ etwas…immerhin „wenigstens“…wir ladies wissen doch, dass wir unsere hart arbeitenden männer motivieren, ermutigen und unterstützen müssen…wo und wann immer es geht…aber für all das brauchen wir „wenigstens“ einen grund…hab‘ ich recht oder hab‘ ich recht?…that kind of man…

36. GLOBE-BLOGGER

5. September 2010

Von dem Trip meines Lebens oder warum Ich der perfekte Globe-Blogger bin:

Schreiben ist für mich wie Reisen und Träumen zugleich – Ich verliere mich in meinen Gedanken, während Ich mich von meinen Emotionen treiben lasse.

Schreiben und Reisen ist für mich wie Träumen zugleich – Ich nehme euch mit auf meine Abenteuer, während Ich euch die Welt aus meinen Augen beschreibe.

VOTET FÜR MICH!!!

Hier geht’s zum Voting:

http://globeblogger.tuifly.com/GlobeBlogger/ShowCandidate/2009.phtml


35. FLAT-RATE

30. August 2010

von connections oder von warum ich mich manchmal wundere…wir leben im zeitalter der kommunikations-technologie…das bedeutet, wir sind rund um die uhr erreichbar…24 stunden am tag, 7 tage die woche…verfügbar…wenn du mich also gerade nicht anschreibst, anrufst, anklingelst, antextest oder anchatest, dann stehst du wohl direkt vor mir…irgendwie ist das ganze beängstigend…insbesondere kettenmails…vor allem, wenn ich diese innerhalb von einer stunde nicht an mindestens zehn freunde weiterleite, werde ich die wahre liebe niemals finden e-mails…aahw…ich wundere mich: „warum sind wir denn so abhängig von unserer wireless connection?“…dieser ständig blinkende router/modem ersetzt unsere physical connections…was ist aus den zeiten geworden, an denen noch „hey ok, sag mir wann und wo und ich werde da sein“, cool war…heutzutage heisst es nur noch „hey ok, sag mir deinen namen und ich adde dich vielleicht auf facebook (und google dich erst einmal insgeheim)“…wie gerne wäre ich wieder dieses mystriöse mädchen, über das man(n) nichts weiss und noch ganz verwundert alleine ergründen muss…ohne mithilfe von google, myspace oder facebook…aber das höchstpersönliche erforschen eines charakters durch eine simple face-to-face conversation kümmert nicht mehr, hauptsache I like, photo tagging und comment posting ist möglich…ich bin durcheinander, konfus und wundere mich, warum wir alle diese ganzen flat-rates abchecken?…und dann hat man(n) all diese freiminuten und ruft doch sowieso nicht an…hey ok, bis zu einem gewissen punkt bin ich auch teil dieses zeitalters…wir verewigen uns doch alle auf irgendeiner pinnwand…informieren die welt mit unseren status updates über den dschungel unserer gefühlszustände…und gewähren dadurch einblick in unser privatleben…ja, wir halten alle dieses zeitalter aufrecht…indem wir – datenschutz hin oder her – neue profile erstellen, online formulare ausfüllen und unsere kontaktdaten preisgeben…um auf ebay goldene casio uhren zu ersteigern, auf amazon die neusten bücher zu bestellen und auf facebook herauszufinden, wieviel kamele ich wert bin…paradox!…warum gewähren wir der öffentlichkeit zugang zu unseren persönlichen daten auf kosten unserer privatsphäre, aber lassen zugleich niemand so richtig in unser leben?!…ausserdem wer kennt schon jeden einzelnen seiner facebook friends persönlich?…wir haben vergessen, dass der persönliche kontakt wichtiger ist, als die anzahl der kontakte in unserer kontaktliste…und das ist das problem!!!…wir bevorzugen wall-to-wall anstatt one-on-one…deshalb lassen wir die technologie als distanzhalter in unser leben…mit distanz meine ich nicht die distanz, die sehnsucht über alle grenzen hinweg verspüren lässst…sondern die distanz, die wir schaffen, um nicht all zu persönlich zu werden…diese distanz verhindert die entstehung von tiefen gefühlen und wahrer zuneigung…let’s face it: wir haben angst vor der realität der persönlichen wahrnehmung…während einer online konversation muss man(n) nicht tief in die augen bis in die seele schauen und emotional connecten…gestik, mimik, full body contact werden ersetzt durch smileys, lol und xoxo…ich wundere mich: „kommen wir überhaupt noch auf zwischenmenschliche nähe klar?!“…flat-rate…

34. HARD-CORE

23. August 2010

von „sind sie zu hart – bist du zu schwach!“ oder warum berlin ein hartes pflaster ist…insbesondere für single girlz…süsse typen gibt es hier viele – richtige männer sind hingegen eine wahre rarität…höchstens einmal im schaltjahr bekomme ich live und in farbe das – ich nenne es jetzt ganz einfach mal – „ehemann-material“ – zu gesicht…irgendwie komme ich nicht umhin mich zu fragen, wo die sich in berlin wohl den rest der zeit herumtreiben?!…den rest der zeit reduziert sich nämlich das „material“ auf das niemals in frage kommende „rohmaterial“…während der „traummann“ also spurlos verschwunden bleibt, kann ich jeden mittwoch – in x-berg – auf meinem weg zum basketball mit den „36 pretty ballers“ – all die nicht einmal annähernd in betracht zu ziehenden typen in freier wildbahn beobachten…manchmal komme ich aus dem staunen gar nicht wieder raus…auf der oranienstrasse tummeln sie sich in allen formen, farben und grössen…vor allem in meinem „lieblings-ich-gaff-gerne-mal-durch’s-schaufenster-und-lach-mich-tot-fitness-studio“ namens – achtung trommelwirbel, jetzt kommt’s – „muscle-temple, das erst kürzlich in – achtung jetzt kommt’s noch viel besser – „hard-core umbenannt wurde…das motto steht jetzt in grossen lettern drangeschrieben:…„HARD-CORE ist für uns: du bist nicht hier, um gut auszusehen…du bist nicht hier, um mädelz auf den hintern zu starren!…du weißt, warum du hier bist!…und falls du es nicht weißt, dann gehe nach hause – du weichei!!!…kannst du damit umgehen?…das ist hart – das ist HARD-CORE!“…bester werbespruch eeeveeer!!!…die hier ständig pumpenden, anabolika-präparate spritzenden und an bananen herumknabbernden bodybuildertypen kann man nicht nur daran erkennen, dass sie solarium tiefengebräunt oder besser gesagt verbrannt sind…sondern auch daran, dass sich ihr nacken-durchmesser nicht einmal mehr mit einem ganz normalen schullineal von 15 cm messen lässt…vom durchmesser anderer körperpartien will ich erst gar nicht anfangen…diese stiernackigen typen mit einem trapezförmigen körperbau tragen ausschliesslich sweatpants, rippshirts und hoodies…vorzugsweise mit einem aufdruck oder emblem, das die zugehörigkeit zu ihrem fitness-club für alle ewigkeit klarstellt…ihre lieblingsbeschäftigung ist, mit tiefergelegten BMWs zigmal um den selben block zu kurven und nach kurven ausschau zu halten…fensterscheibe runter und ellenbogen aus dem fenster…unerträglich laute musik und dramatisches kopfnicken…diese bodybuildertypen sind sich natürlich auch nie zu schade – den strassenverkehr ausser acht lassend – eine frau bis an die grenzen der unanehmlichkeit an zu gaffen…oder auch gleich ganz frech hinterher zu pfeifen…wenn ich also ganz unschuldig und nichts böses ahnend die oranienstrasse entlanggehe, höre ich: fit fiouu fiouuuw (= pfeifgeräusche)…„hey, all diese kurven, und ich hab keine bremsen“…honk honk (= lautes hupkonzert)…„hey, muttermilch hat deinem body gut getan“…tüh tüh tüh (= angetäuschtes spucken)…„hey, gott bewahre dich vor dem bösen blick – sag mal, hat es eigentlich sehr weh getan als du vom himmel auf die erde gefallen bist?“…häää?!…aber es geht auch international…„hey psst kiz, n’haber?!“…„hey wonderful!“…„ay maaamiii!“…whaaaaaat?!…„ich bin nicht deine mami und du bist schon gar nicht mein ay paaapiii!“…soll mich das jetzt etwa anturnen???…nooot!!!…hey hello!…x-berg my habitat – the place where this happens at…

33. HERZ-BEHINDERUNG

16. August 2010

von meiner herz-behinderung oder warum ich nicht weiss, was ich will…ich bin mir zu tausendundeinprozent sicher, dass ich herz-behindert bin…es liegt also nicht an dir – es liegt an mir…also komm mir lieber nicht nahe…ähm, ich meine: komm doch endlich her…nein!…halt!…warte!…komm mir bloss nicht zu nahe!!!…ich brauche doch platz zum atmen…und raum mich zu entfalten…ich brauche zeit…und ein wenig abstand…berlin ist schliesslich gross genug für uns beide…setz‘ dich also ja nicht all zu nah an mich ran…hey, wo steckst du denn jetzt?…ich hab dich seit tagen nicht zu gesicht bekommen…haste etwa ’ne affäre?!…w.e.r. i.s.t. s.i.e.???…ach, komm schon, bin ich dir etwa nicht genug?…oh mein gott, wieso bist du auf einmal so kalt zu mir?…jetzt weiss ich gar nicht mehr was du denkst…von uns hälst…du scheinst ja auch nicht mehr sehr leidenschaftlich zu sein…wo bleibt bloss deine herzlichkeit?…ähm, ich meine: jetzt hör endlich auf zu klammern…fass mich nicht an!!!…was bin ich – deine blöde katze?…hör jetzt endlich auf mich so zu knuddeln…haste nichts besseres zu tun?…als um mich herum zu schwänzeln?…haste denn wirklich keine anderen probleme?…interessen?…hobbies?…skateboarden, fussball, boy band?…ich hab gehört, dass eine boy group morgen die stadt verlässt, um auf welt tournee zu gehen…wieso fährst du nicht mit?…ich leih dir das geld…mein geld ist dein geld…mein leben ist dein leben…meine seele gehört dir…ohne dich bin ich nichts…zieh doch bei mir ein!!!…wir könnten uns gemeinsam ein 1-zimmer apartment leisten…uns die miete teilen…ähm warte, ich meine 2-zimmer…weisste, damit wir uns nicht auf den füssen rumstehen…oder uns in die haare kriegen und so…oder warte, am besten jeder von uns hat gleich sein eigenes zimmer…nimm’s nicht persönlich!…aber manchmal muss ich einfach ein wenig für mich alleine sein…ich muss mich selber finden…das verstehst du doch, nicht wahr?!…hey, wieso biste auf einmal so zurückhaltend?…halt!…stop!…ja!…wo willst du denn jetzt auf einmal hin?…warte mal!…habe ich etwa was falsches gesagt?…was denn?…was hab ich jetzt schon wieder angestellt?…verstehst du nicht: ich bin herz-behindert…halte dich also bloss von mir fern…ähm, ich meine: lieb‘ mich mit jeder einzelnen herzfrequenz!!!…rette mich…


32. LOVE-STORY

11. August 2010

von anziehungskraft – magnetismus – gravitation oder warum sich gegensätze anziehen…es heisst doch, der menschliche körper enthält mehr als 30 milliarden weiße blutkörperchen – ICH brauche jede einzelne leukozyte in meinem körper – denn DU machst mich: krank!…du bist wie ein fisch, den ich manchmal liebend gerne ins wasser zurückwerfen würde…in das meer…in den ozean…aber aus irgendeinem unerklärlichen grund ziehen wir uns wie gegensätze an…wir zeigen unsere bewunderung, indem wir um redezeit kämpfen, „ich hasse dich“-duelle führen und permanent sarkastische, zynische und besserwisserische sprüche loslassen…wann gibst du endlich auf?…ICH weiss doch eh alles besser – immer einmal mehr wie DU!…alle qualitäten, die mein seelenverwandter haben sollte, fehlen dir…dennoch schreibe ich gedichte per hand für dich…eins hab ich dir sogar mal extra einrahmen lassen…es war so persönlich und perfekt…dir war das ganze nur ein schulterklopfen wert und ein: „hey yeşim, gar nicht mal so schlecht!“…das war’s!?…es tut mir leid, aber deine versuche romantisch zu sein, scheitern meistens schon im ansatz…ich muss dir sagen, zum teil sind sie einfach nur erbärmlich…und deine letzte massage war einfach nur schrecklich…bis heute frage ich mich, wieso du mir mal einen kaktus geschenkt hast?…kannst du dich auch noch daran erinnern, als du mich das erste mal bekocht hast?…ich musste in die notaufnahme…lebensmittelvergiftung…notarzt…ach, du liebst es einfach mich zu ärgern…wenn ich sage: „wir müssen hier jetzt rechts abbiegen“…fährst du mit absicht links…ich sage: „ja“…und du sagst: „nein“…wenn ich sage: es ist ja noch früh am „nachmittag“…schwörst du darauf, dass es schon längst „abends“ ist…wer liegt oben und wer liegt unten?…mmh!…manchmal bist du 1 cm von der stelle entfernt, wo es richtig gut tut und manchmal einfach nur 1 sek…mmh!…auch glaubst du, unser jubiläum ist der 20. märz…nein nein, mein lieber, es ist der 19. – mai!…kein wunder, dass du meinen geburtstag vergisst und mir dann zum trost einen „muffin“ schenkst…mit einer grünen kerze…grün ist die farbe der hoffnung…und ja: die hoffnung stirbt zuletzt…und nein: man trägt zu adiletten keine weissen socken bis zum knie…meine vorstellung von einem gechillten abend: „ein gutes buch, frischer minztee mit limetten und honig“…deine vorstellung: beinhaltet nur deine playstation und surround sound to the max…du bist ein eingefleischter fan von „jay-z“ – ich hingegen liebe „nas“…ach, wir sind wie lactosehaltige produkte – wir verfügen über eine hohe intoleranz…du bist der auffassung: „beyoncé ist der inbegriff von schönheit“…ich denke: sie wird überbewertet und ihre dance moves sind voller übertriebenheit…du stehst auf frauen, die tennis spielen – in wimbeldon…ich spiele basketball mit den „36 pretty ballers“ – in x-berg…HOLLER GIRLZ!!!…ich liebe das grossstadtleben in berlin…du würdest aber am liebsten wieder zurück in den süden auf’s land ziehn’…ich bin eine emanzipierte frau – revolutionär…ich gehöre nicht auf’s land…ach,  du bist ja eh der meinung, eine frau gehört hinter den herd – domestiziert…miau!…manchmal willst du mir auch wirklich weh tun – mit deinen worten…manchmal sitze ich dann stundenlang beleidigt da, bis du dich näherst…langsam…mit einer unerwarteten, sanften umarmung von hinten und einem zärtlichen: „hey babe, jetzt stell dich doch nicht so an“…ich weiss, das alles klingt nicht nach einer „love-story…vielmehr verhext…irrational…ungewöhnlich…doch aus irgendeinem unerklärlichen grund ziehen wir uns wie gegensätze nunmal an…du hast meinen schlüssel…nur du weisst, wie du mich wieder rumkriegen und zum lachen bringen kannst, wenn ich mal eine schnute ziehe…ICH LIEBE DICH MIT EINEM EINZIGEN MUSKEL: genannt herz!…und meinem herzen kann ich nichts vorschreiben…es ist signifikant…und um mal ehrlich zu sein: dieser ganze romantische bums hält sowieso nicht lange an…blumen verwelken und manch ein diamantring entpuppt sich als zirkon…worauf es wirklich ankommt: DU BIST MEIN GEGENSTÜCK…du vervollständigst mich…wie durchströmende luft meine lunge…ausserdem heisst es doch, dass der mensch im zentralen nervensystem mehr als 100 milliarden nerven hat…du berauscht, stimulierst und besetzt jede einzelne nervenzelle in meinem körper…dessen bist du dir tausendundeinprozent bewusst…irgendwie sind wir aus zwei verschiedenen welten…und irgendwie liebe ich dich genau dafür…genauso wie beyoncé ihren jay-z…WORD!!!…

31. POLAROID-LÄCHELN

9. August 2010

von es war einmal und sie lebten glücklich bis an ihr lebensende…NOOOT!!!…märchen – der stoff aus dem unsere träume sind…das problem ist nur, meine träume werden nie wahr…das passiert immer nur den anderen…bei mir werden nur meine alpträume wahr…und die realität holt mich ein…jedesmal…stürmisch und beängstigend…wo ist mein planet?…wo bist du mein augenstern?…du fehlst mir…nur wenn ich an dich denke, kann ich wieder lächeln…dann ist alles gut…wenn ich dein altes „I ♥ NY“ t-shirt anhabe, kann ich dich so gut wie fühlen…ein hauch von deinem duft ist noch auf dran…oook ich geb’s zu, ab und zu sprühe ich es mit deinem alten parfüm ein…aqua di gio von armani…so riecht es immer nach dir, wenn ich damit einschlafe…wenn ich dich vermisse…wenn ich von dir träumedeine träume veränderten meine welt…deine reise formte meinen weg…der zerbrechlichste teil in mir – nährt unsere stärkste verbindung…denn du lebst in meiner erinnerung mit deiner philosophie, die mir erfüllung schenkt…keine sorge, mir geht es mittlerweile wieder gut…fühlt sich aber noch ein wenig merkwürdig an…kraftvoll aber undurchsichtig…ich bin halt noch ein wenig feige…hin- und hergerissen…meine träume führen mich überall hin…du bist mein botschafter, wohin du auch gehst…du personifizierst meine sehnsucht…ich lebe für dich…so wie du einst für mich gelebt hast…ich bleibe aber noch ein wenig hier…damit du nicht auf mich sauer bist, wenn ich dir folge…wow, was für ein: „sie lebten glücklich bis an ihr lebensende“…du bist bereits tausende kilometer weit gereist…weg von mir…die ziellinie hast du ohne mich überschritten…allein…ich schaue dir immer noch verwundert hinterher…einsam…jetzt sprechen meine augen über meine seele so wie deine…die musik, die ich höre, trägt deinen namen…wenn ich mich richtig anstrenge, werde ich dich in meinen träumen wiederfinden…du zeigst dich mir gewiss…denn ich bin ich…weil du mir gezeigt hast, wie ich bin und wie ich sein kann…für die ewigkeit…die meisterzählte geschichte…wie romeo und julia oder leylâ und mecnun…ich könnte seiten mit dir füllen..bücher…filme…danke für dein einzigartiges lächeln…es existiert wie ein polaroid in meinem gedächtnis…in meinen träumen…

30. ENG-TANZ

2. August 2010

von ich will dich oder von ich will, dass du mich auch willst…ich will, ich will…dich…in meinem leben…hier und jetzt…ich will ein verlorenes gedicht in deiner hosentasche sein…eine kunst in poesie…ich will dich in der grenzenlosen entfaltungsmöglichkeit meiner gedichte…ich will das buch sein, das du liest…ich will alles in schriftform…ich will frei sein…kreativ…eklektisch…ich will meine ganze energie in dieses eine gedicht stecken, um ein loch in deine hosentasche zu brennen…so dass ich es wieder für dich zunähen kann…ich will dieses eine gedicht sein, das du vielleicht auch gar nicht verstehst…ich will mich in widersprüche verstricken und wissen, dass du trotzdem weisst was ich meine…ich will dich blind verstehen…ich will ein wunsch, ein traum, eine sehnsucht von dir sein…ich will die reflektion in deinen augen sein…ich will das spiegelbild deines herzens sein…licht im dunkeln…ich will, dass du ein auge auf mich wirfst…mich einfängst…mich hast…mich deklarierst…ich will dir ins ohr flüstern…ich will mich nie wieder von dir verabschieden…weder an der nächsten straßenecke…noch am telefon…noch im tod…ich will mit dir bis zur leichtigkeit reisen…und dort ein wenig verweilen…ich will der letzte pfennig sein, der dich vor dem verhungern rettet…ich will mein brot mit dir teilen…und auch den billigen wein…ich will die heisse milch in deinem schwarzen café sein…ich will ein gramm zuviel sein…die schlagsahne auf deinem kuchen…das zuckerstücken in deinem tee…das salz auf deiner haut…ich will, ich will…dich…bis zur atemlosigkeit…ich will dich lieben mit meinem herzen…rot werden…ich will meine worte durch dich schreien…laut…und leise…ich will mit dir kommen…und wieder gehen…in den himmel…oder in die hölle…ist mir egal…ich will an deiner seite sein…ich will, dass du mir nicht all zu nahe stehst…aber ich will mich dir auch dennoch unglaublich nahe fühlen…ich will mit dir endlose tage bei tageslicht…und endlose nächte in der dunkelheit…ich will alle jahreszeiten an einem tag mit dir erleben…ich will, dass die sonne mit dir untergeht…und dann auch wieder aufgeht…ich will, dass du der mond bist, der sich um mich kreist…ich will deine gedanken denken, denn sie gehören mir…ich will mit dir rätsel lösen…geheimnisse lüften…auswandern…ich will alles sein, was dir wichtig ist…und noch viel mehr…ich will für dich alle hindernisse beseitigen, die dir im wege stehen…ich will, dass du trotzdem deinen mann stehst…ich will, dass du zärtlich bist…behutsam…stark…bereit für mich…ich will, ich will…dich…bis in die unendlichkeit…ich will mit dir engtanzen…ich will, dass du mich auf die stirn küsst, wenn du mich begrüsst…ich will für dich schäfchen zählen, wenn du nicht schlafen kannst…ich will, dass wir uns aus einem bestimmten grund kennengelernt haben…ich will, dass dieser grund wichtig ist…wichtiger als wir…ich will uns manchmal auch vergessen…und mich dann ganz schnell wieder an uns erinnern…ich will immer „ich“ sein…und ich will, dass „du“ immer du selbst bleibst…ich will, dass du „I love you“ sagst, aber nicht new york damit meinst…ich will lächeln mit meinem herzen…ich will dein lachen…immer…und deine grimassen gleich dazu…ich will deine narbe auch auf meinen lippen…ich will deine enttäuschungen auch in meinem herzen…damit ich dich besser fühlen kann…nachvollziehen kann…ich will in deinen tränen sein…ich will, dass du mich vermisst…ich will deine kraft in meiner seele…und deine seele in meinen grünen augen…ich will alles glauben, was du sagst…alles…auch wenn ich weiss, dass du lügst…ich will an dich glauben…ich will dich nicht verurteilen…ich will, dass du mir sagst was am besten für mich ist, wenn ich es mal nicht mehr weiss…ich will dich finden, wenn du dich verloren fühlst…oder ich will mit dir verloren sein…ich will dich aus der finsternis ziehen, wenn es dir schlecht geht…ich will, dass du am leben bist…ich will, ich will…dich…für die ewigkeit…ich will dich und ich will, dass du mich auch willst…

29. CROSS-READING I

28. Juli 2010

Cross-Reading | Lesung von und mit Linnie Sharma, Yeşim Akbaba und Linda-Rachel Sabiers am 10. August 2010 um 19.30 Uhr im Café „Mein Haus am See“ in der Brunnenstr. 197/Ecke Torstr. in 10119 Berlin.


Berlin 2010 – Drei Kolumnistinnen, drei Leben, viele Geschichten. Ein „Cross-Reading“ von und mit Linnie Sharma, Yeşim Akbaba und Linda-Rachel Sabiers am 10. August 2010 um 19.30 Uhr im Café „Mein Haus am See“.

Wenn das Schicksal und der Zufall ein Gesicht hätten, so würden sie ihnen gerne in ebendieses Lachen – denn durch einen schicksalshaften Zufall wurden Sharma, Akbaba und Sabiers vor nicht allzu langer Zeit zusammengeführt. Daraus entstand, besser gesagt durch das gemeinsame Interesse am kreativen Schreiben, das wiederum von persönlichen schicksalshaften Momenten lebt, das gemeinsame Projekt „Cross-Reading“.


Wer sind die Menschen hinter dieser Idee?


Linnie Sharma, Berlinerin mit indischen Wurzeln, Kommunikationswissenschaftlerin und Pilates-Trainerin schreibt in ihrem Buch „Von Grünen Meeresschildkröten“, über die Wellen des Lebens gegen die es zu kämpfen gilt. Entstanden ist ein Lebensbejahendes Werk, das zum Schmunzeln und Nachdenken einlädt.


Yeşim Akbaba ist Juristin, Poetin und Kolumnistin kurdischer Herkunft und lässt ihrem Talent für das Schreiben von packenden und sensiblen Kurzgeschichten seit Januar 2010 in ihrer wöchentlichen Online-Kolumne auf https://yesimakbaba.wordpress.com freien Lauf. Die Kolumne nennt sich G.E.D.A.N.K.E.N.F.E.T.Z.E.N. und dreht sich um zwischenmenschliche Beziehungen, insbesondere um die Beziehung zum „Signifikant Anderen“.


Linda-Rachel Sabiers, freischaffende Werbetexterin, frisch im Oktober 2009 von Köln nach Berlin gezogen, fühlt sich sich wie „FREIWILD“ in ihrem ganz persönlichen Großstadt-Dschungel und schreibt diese Erlebnisse in gleichnamigen Kurzgeschichten nieder.


Was versteht man unter einem „Cross-Reading“?


Aus den USA langsam nach Deutschland schwappend, sind Cross-Readings ein Schlagabtausch zwischen kreativen Schreiberlingen und Sprechkünstlern, die während einer gemeinsamen Lesung durch gekonnte Lese-Performances ihre Geschichten und Stimmen miteinander verschwimmen lassen.

Sharma, Akbaba und Sabiers vertrauten, mit gesunder Distanz zu ihrem Geschriebenen, ihre Geschichten den Sprecherinnen Castro, Mirnik und Kahana an, die jeden einzelnen Gedanken mit ihren individuellen, ausdrucksstarken Stimmen untermalten, und damit zum Leben erweckten.

Sängerin Laura López Castro las aus „Von Grünen Meeresschildkröten“, MTV Germany’s Stimme Liora Mirnik las aus „G.E.D.A.N.K.E.N.F.E.T.Z.E.N.“ und Synchronsprecherin Tanya Kahana (JUNO, GOSSIP GIRL, u.v.m.) las aus „FREIWILD“.

Ob Zufall oder Schicksal – entstanden ist eine Idee, die es so in Berlin nicht alle Tage gibt. Dynamische, emotionale und mitreißende Gedanken dreier Individualistinnen, gelesen von drei einprägsamen Stimmkünstlerinnen in sehr besonderer Location. Verfeinert wurde das ganze mit dem Sound von DJ Thank You aus Paris.

Getreu dem Motto „Life is what happens to you while you are busy making other plans“, lud das Trio am 10. August 2010 um 19:30 Uhr zu einem Lese-Abend ein, der den ein oder anderen Zufall mit sich brachte!


Mehr zum „Cross-Reading“ unter:

http://mein-haus-am-see.blogspot.com/2010/07/cross-reading-lesung-von-und-mit-linnie.html

http://www.facebook.com/event.php?eid=112599412123804

Mehr Impressionen zum „Cross-Reading“ unter:

http://www.facebook.com/album.php?aid=195311&id=233217048902

http://www.facebook.com/album.php?aid=209461&id=233217048902

http://www.facebook.com/album.php?aid=209447&id=233217048902

http://www.facebook.com/album.php?aid=209440&id=233217048902

28. MEISTER-SCHÜLERIN

26. Juli 2010

von der schule des lebens oder von übung macht den meister…wow, wenn ich mal all die stunden zusammenzählen würde, die ich bisher damit zugebracht habe zu studieren – zu lesen – zu üben – mich zu konzentrieren – mich nach dem sinn zu fragen – aufzugeben – zu heulen – ähm noch mehr zu heulen – mich wieder aufzuraffen – unverwüstlich zu sein – nicht aufzugeben – zu hoffen – zu glauben – zu lieben – zu hassen – zu beten – wieder daran zu glauben – die gut gemeinten ratschläge meiner freunde zu ignorieren – darüber zu reden und zu schreiben – noch mehr darüber zu reden und noch viel mehr zu schreiben – ähm hab ich schon „darüber zu reden und zu schreiben“ erwähnt?!…dann müsste ich eigentlich bereits einen doktortitel im fach „signifikant anderer“ innehaben…naja, ich bin ja auch seit jahren immatrikuliert und zahle bereits die erhöhten studiengebühren an der „alles-dreht-sich-um-ihn-universität“…na, wer ist da sonst noch eingeschrieben???…in der zwischenzeit hätte ich gewiss einen doktertitel der philosophie – rechtswissenschaften – medizin – mathematik erlangen können…aber nein, ich musste ja unbedingt einen doktortitel im spezialfach „signifikant anderer“ anstreben…lustig, dass mir dieser titel nicht einmal ein höheres einkommen beschert…keine absicherung…keine rente…keine zukunft….ähm, hab ich schon „keine zukunft“ erwähnt?!…er bringt mir absout nix – nada – niente…fragt mich also nicht was ich, abgesehen davon, in letzter zeit in mein berufliches weiterkommen investiert habe…ich habe es weder geschafft irgendwelche gedichte noch mein buch zu ende zu schreiben…um diese inadäquanz zu kompensieren, habe ich auch nicht mal etwas wirklich sinnvolles und weltveränderndes getan…da wären zum beispiel, den „welthunger beseitigen“ oder einen „plan b schmieden“, falls das hier mit meinem ganz besonderen doktortitel nix werden sollte…nein, ich war voll und ganz mit der erlangung dieses titels beschäftigt…ja, ich habe tatsächlich meine ganzen energien dafür aufgewandt, um auch noch jahrgangsbeste zu werden…summa cum fucking laude…was für eine fucking zeitverschwendung…stunden, tage, monate, jahre habe ich damit zugebracht seine gleichungen – mysterien – verbalisierungen – attitüden – rätsel – verhaltensweisen zu entziffern…seine codesprache zu knacken…einen draht zu seinen philosophien herzustellen…natürlich mithilfe von ganz viel billigem wein…vodka…noch mehr vodka…ähm hab ich schon „vodka“ erwähnt?!…wie ihr seht, habe ich inzwischen die volle akademische anerkennung und befähigung auf höchst wissenschaftlichem niveau in sachen „signifikant anderer“  zu lehren und zu dozieren…ihr könnt mich also gerne über ihn ausfragen und ausquetschen…denn ich kenne ihn mittlerweile in- und auswendig…besser als er sich selber vielleicht kennt…daher trage ich diesen akademischen titel voller stolz und ehre…in der hoffnung, dass auch andere meine dissertation lesen, daraus lernen und ihre lehren ziehen...zwar bin ich mir immer noch nicht ganz so sicher, was mir dieser hart erarbeitete doktortitel in zukunft noch „persönlich“ bringen wird…aber ich denke, dass er mir irgendwann schon noch von nutzen sein wird…und dass ich deswegen eines tages noch dankbar sein werde…schliesslich erinnert er mich stets daran, was für eine leidenschaftliche und fleissige „meisterschülerin des lebens“ ich doch in wirklichkeit bin…life is good – only always…

27. SELBST-ERKENNTNIS

19. Juli 2010

von der essentiellsten und aufwendigsten aller beziehungen oder von der beziehung zu mir selbst…überall und egal wohin ich auch gehe und stehe, sehe ich immer diese „voll süssen typen“ mit ihren „voll hässlichen freundinnen“…und ich komme nicht umhin mich zu fragen: „was dieser typ denn bloss in der da sieht?!“…etwa innere schönheit?!?…naja, wenn’s darum geht, davon habe ich mehr als genug…immer wenn ich diese ach so „glücklichen“ pärchen sehe, denke ich mir: „was muss ich tun oder wie muss ich mich verbiegen und verrenken, um so einen süssen typen abzuchecken?!“…aber dieser gedanke endet irgendwie immer mit der frage: „was muss ich tun, um überhaupt einen typen abzukriegen?!“…mittlerweile bin ich es leid, um über so etwas überhaupt nachzudenken…es ist anstrengend, mich ständig selbst davon zu überzeugen, dass ich ein anderes wesen in meinem leben verdient habe…dass ich ihm würdig bin…dass ich es auch wert bin von ihm geliebt zu werden…es ist kraftraubend, ständig nach dem „signifikant anderen“ ausschau zu halten…oder besser gesagt nicht ganz so genau hinzuschauen und immer wieder wegzuschaunen, wenn „er“ mich gerade mal anschaut…und das alles nur, damit ich nicht ganz so verzweifelt rüberkomme…ich habe es ehrlich gesagt auch satt, jemanden „nicht“ zu zeigen, dass ich „interessiert“ bin und immer so zu tun, als ob „er“ nicht existiert…nur weil ich angst habe, dass „er“ mich dann vielleicht sogar ganz meidet und gar nicht mehr will…ich hab genug von dem gedanken, dass ich für immer und ewig allein sein werde…oohw no no no…ich dulde es nicht länger, dass ich diesem gedanken ausgeliefert bin…dass sich ein typ vielleicht irgendwann einmal erbarmen könnte mich zu mögen oder gar zu lieben…dass ich immer „ohyescoolgreat“ aussehen muss, um mich für irgendeinen typen interessant und ihn in mich verliebt zu machen…nee…nie wieder…ende…aus…schluss…vorbei…finito…completto…capito…nie-mehr-oohw…for-real-oh…von nun an gibt es nur noch yeşim 2.0. …upgrade…reboot…restart…refresh…von nun an date ich mich selbst…ihr wisst schon, wie ich das meine…ich meine, ich rede hier ja eh schon die ganze zeit nur mit mir selbst…also weiss ich auch schon im voraus, dass jede konversation mit mir selbst geistreich und blendend sein wird…ich hab ja auch schon immer gesagt, dass ich gerne jemanden daten würde, der exakt genauso ist wie ich…und ihr müsst zugeben, es gibt nunmal niemand anderen auf diesem planeten, der genauso ist wie ich…ausser eben ich selbst…ist ja nicht so, dass ich jemand aus der verwandtschaft ersten grades daten würde…zum beispiel meinen cousin oder so…ewgh…ich hab das ganze auch mal nachgeschlagen und gegoogelt…in keinem gesetzbuch dieser welt steht geschrieben, dass es verboten ist, sich selbst zu daten…ich weiss auch nicht, warum ich nicht schon früher auf diesen gedanken gekommen bin…oohw wow von zeit zu zeit verblüffe ich mich eben selbst…naja, ich lache zuweilen auch über mich selbst…und machmal mache ich mich sogar lustig über mich selbst…auch wenn ich manchmal mit mir selbst mehr schlechte als gute zeiten durchmache, bete ich stets um bessere zeiten für mich selbst…immerhin muss ich niemand anderen beeindrucken…ausser mich selbst…gelegentlich trickse ich mich selbst auch aus…manchmal weine ich auch um mich selbst…ab und zu belüge ich mich selbst…aber auch nur, weil ich meine eigenen gefühle nicht verletzen will…und in zukunft beschütze ich nur noch mich selbst…aber ihr wisst ja eh schon, worin das alles wieder endet…denn wenn die typen plötzlich merken: „oohw wow die yeşim ist ja vergeben!“, interessieren sie sich aus diesem marginalen grund ganz plötzlich wieder für mich selbst…auf einmal bin ich dann das „süsse mädel“, die aber leider schon jemand anderen datet…(hoffentlich keinen „hässlichen typen“)…haha! die können ja nicht wissen, dass ich mich selbst date…aber ich versichere euch, ich date mich nicht selbst, damit diese ganzen „süssen typen“ endlich mal auf mich aufmerksam werden oder realisieren wie „ohyescoolgreat“ ich doch eigentlich bin…ich bin vollkommen glücklich mit mir selbst…ich liebe mich selbst…ja ich denke, ich finde mich selbst ganz f.a.b.e.l.h.a.f.t. …daher habe ich auch vor mich weiterhin selbst zu daten…und das bis zum ende meiner tage…oder zumindest bis zu dem tag, an dem mir eben jemand besseres über den weg läuft…besser als ich selbst…


26. SCHEISS-TAG

12. Juli 2010

von einem scheisstag oder warum eigentlich immer nur mir so eine scheisse passiert?!…in letzter zeit bin sehr nachdenklich…ich meine die art von nachdenklichkeit, die immer nur dann auftritt, wenn ich mich nachts schlaflos im bett hin und her wälze und unentwegt die uhr anstarre…die ziffern leuchten knallrot 03:43 uhr…mein verstand dreht loopings in bezug auf dinge, die ich am liebsten vergessen und verdrängen würde…let’s face it: mein liebesleben strebt gegen null und ist eine gigantische shit show…mein tagebuch erträgt diese ganze scheisse schon gar nicht mehr…und ich erst!…am liebsten würde ich mein herz für eine weile aus meiner brust reissen…dann hätte ich endlich mal wieder meine scheiss ruhe…ach scheiss auf die liebe…liebe ist sowieso nur eine mischung aus jugendlichem idealismus und hoffnung…und der verzweifelte wunsch allen widrigkeiten zum trotz an einen „signifikant anderen“ zu glauben…I’m most definitely too old for this shit!…das leben ist nunmal keine romantische komödie à la hollywood…manchmal passieren dinge einfach, wie sie passieren…schnörkellos und unaffektiert…in den frühen morgenstunden ist es endlich legitim aufzustehen…zeitung und ein starker mokka zum frühstück…shit!…der mokka war zu stark…erst einmal herzrasen…ich versuche vergeblich ein wenig zu schreiben und bekomme vom zu viel nachdenken kopfschmerzen…bringt alles nichts…also fahre ich an den wannsee, um ein wenig auf andere gedanken zu kommen…der himmel ist durchzogen von cumuluswolken…leuchtende blautöne für meinen seelen-blues…38°C…die sonne brennt wie cayennepfeffer auf meiner haut…aus heiterem himmel fängt meine nase an zu bluten…so eine scheisse!…nachdem mein herz schon ausgeblutet ist, blutet jetzt auch noch mein gehirn…oohw gott, ich muss sterben ohne dass ich jemals meinem „signifikant anderen“ begegnet bin…geschweige denn geküsst habe…paaaaaaniiiiiik!!!…hiiiiiilfeeeeee!!!…zum glück habe ich taschentücher dabei…etwas unbeholfen versuche ich die blutung zu stillen, indem ich meine nase putze…wie aus dem nichts steht ein typ vor mir und fragt mich: „was wird denn das, wenn’s fertig ist?!“…ich bin sprachlos und spüre wie ich rot anlaufe…ich stottere ein „danke, es geht schon“ heraus…resolut nimmt er mir das taschentuch aus der hand, packt mich sanft aber bestimmt am kinn und stopft mir das ganze scheiss taschentuch in die nase…wie peeeeeeiiiiiinliiiiiich!!!…äähm somit wäre meine gehirnblutung auch erstmal gestillt…vielleicht ist er ja ein arzt und hat soeben mein leben gerettet…aahw!!!…ich bin von seiner ganzen action immer noch wie paralysiert und mit dem mittlerweile bis zum anschlag in die nase gestopften taschentuch fühle ich mich auch noch wie eine idiotin neben ihm…er setzt sich neben mich und begutachtet weiterhin fachmännisch meine nase…während ich versuche ihm dabei nicht direkt in die augen zu schauen…er ist braun gebrannt…cognacfarben…er wirkt warmherzig…er lächelt in sich hinein…wir schauen beide auf den wannsee und beobachten eine weile schweigend die wasseroberfläche…plötzlich fällt etwas vom himmel…im bruchteil von sekunden realisiere ich was passiert ist…jetzt werde ich erst recht rot wie eine tomate…blaaaaaamaaaaaageeeeee!!!!!!…genau in diesem moment brechen wir beide in schallendes gelächter aus…ein „hör bloss auf zu lachen, das ist nicht lustig“ entfährt mir dann aber doch…er kann sich nur schwer zusammenreissen…entschuldigt sich dann aber umgehend…„es tut mir leid, aber du musst zugeben, du hättest genau so gelacht, wenn mir ein vogel auf die stirn geschissen hätte!“…sein charme ist entwaffnend…und er hat recht…da sitzen wir also nun…ich, blamiert bis auf die knochen mit einem reingestopften taschentuch in der nase und vogelkacke auf der stirn…und er, immer wieder laut auflachend mit einem taschentuch in der hand und dem versuch die vogelscheisse restlos zu beseitigen…na toll, jetzt wird er sich für immer und ewig an mich als das mädel erinnern, das aus der nase blutete während ihr ein vogel auf die stirn kackte…bloody shitty!!!…

 

25. MIX-TAPE

5. Juli 2010

von 1994/95 oder von einer zeit als es noch cool war ein mixtape aufzunehmen…aber auch sehr romantisch…tief beeindruckend…mühevoll…und auch ein kleines bisschen verzweifelt…record…jeder song war eine botschaft…ihre reihenfolge war eine botschaft…das ganze band war eine botschaft…flashback…volume one…den ersten kuss am barbarossasee…die erste berührung im auto deiner mum…mcdrive eine coke zwei strohhalme…lächeln bis zum sonnenuntergang…hand in hand auf dem hohenstaufen…freie platzauswahl im staufenkino…herzklopfen…erster streit im eiscafé…tränen auf meinen sommersprossen…pause…mary j. blige und method man…you’re all I need to get by…endlosschleife auf meinem walkman…repeat…jeden morgen und jeden abend…du hast mir ein mixtape wie ein liebesbrief geschenkt und wir haben uns wieder vertragen…rewind…volume two…du hast mir backgammon beigebracht…und ich habe dir gezeigt, wie man den zauberwürfel löst…fast forward…alles hat sich verändert…wir haben uns verändert…die interessen haben sich verschoben…jeden samstag bist du nur noch mit deinen jungs losgezogen…hattest nur noch fernsehen und fussball im sinn…vielleicht hätte ich dich mal nach den spielregeln fragen sollen…aber dann hast du mich ins abseits geschoben…als du mir gestanden hast, dass du mich betrogen hast…stop…herzstillstand…stop…einfach so hast du unsere liebe zerbrochen…also stand ich da…wieder mit tränen im gesicht…ich habe unsere ganzen alten bilder in einer schachtel unterm bett begraben…dort lag dann auch mein herz begraben…links von meiner halskette hatte es einst geschlagen…du hast mich vermisst und wolltest mich zurück…aber es gab keinen weg zurück…bad man…eject…mixtape volume three(?)…aus uns ist nie wieder was geworden…jahre später halte ich jetzt deine alten mixtapes in der hand…press play…und höre mir wieder die old school sound-schnipsel einer längst vergangenen zeit an…du bist nur noch eine erinnerung…gute und schlechte…und all deine anderen tendenzen…ein alter name…eine alte träne…eine alte flamme…hmm?!…nostalgie…playlist…classic…warum nimmt heutzutage niemand mehr ein mixtape auf???…


24. HEIM-SPIEL

28. Juni 2010

von meinen atzen oder von irgendwie, irgendwann, irgendwo in berlin…ankunft berlin-tegel und ich atme wieder die berühmte berliner luft luft luft… i.r.g.e.n.d.w.i.e. habe ich sogar meine ganzen atzen hier vermisst…unglaublich aber wahr!…naja, ich hab’s ja auch mal wieder geschafft mit monströsen übergepäck zurückzukehren…und das obwohl ich nur mit einem einzigen gepäckstück abgereist bin…wie mach ich das bloss immer?!…vollgepackt mit sechs reisetaschen in allen formen und farben, wanke ich wie ein michelin männchen zur bushaltestelle…zum glück tuckert bereits der bus txl um die kurve und hält natürlich genau an der bushaltestelle, an der ich nicht stehe…üff…gefährlich schwankend schleppe ich mich die noch verbleibenden vier meter bis zur bustür und versuche dabei mein busticket herauszukramen…aber das fährt wahrscheinlich i.r.g.e.n.d.w.o. in den noch sandigen winkeln meiner handtasche herum…der busfahrer mit einer auf hochglanz polierten platte pflaumt mich natürlich sofort mal an, um mich dann doch so mitfahren zu lassen…im bus lasse ich mich dann erst einmal erleichtert auf einen der sitze fallen…okkupiere dabei aber natürlich vier sitze gleichzeitig…der ziehharmonikabus schaukelt gemächlich in richtung stadtmitte und ich kann in aller ruhe die menschen auf den strassen berlins beobachten…ich merke, wie sehr ich diesen mix aus individualisten vermisst habe…alte omas und opas mit stock und hut…berliner urgestein…kleine möchtegerngangster mit bushido-haarschnitt und einem leichten hauch von flaum auf der oberlippe…frauen von der kopftuchmafia mit aufwendigen turbanartigen kopfbedeckungen und mindestens einer tonne make-up im gesicht…kunterbunte punks mit irokesen-friese…an die hausecke pinkelnde strassenköter…ökos…verrückte skater mit waghalsigen stunteinlagen…szene leute…jutebeutel…mütter mit kinderwägen…normalos…tja und da wäre noch ein irrer und mitten auf einer vierspurigen strasse slalomfahrender radfahrer zu erwähnen…ich komme aus dem staunen nicht heraus als der busfahrer wegen ihm eine vollbremsung hinlegt, das seitenfenster aufreisst und den fahrradfahrer so laut anbrüllt bis ihm die stimme versagt…ich habe das gefühl, dass ihm gleich die lungenflügel explodieren…der fahrradfahrer lässt sich davon aber überhaupt nicht beeindrucken und fährt grinsend und winkend am bus vorbei…diese frechheit versetzt den busfahrer erst recht in wut und rage…seine platte leuchtet mittlerweile purpurrot…dies lässt er sich klar nicht gefallen…also setzt er zur vollgas-überholungsaktion von rechts an…so verboten!…und an der nächsten roten ampel schlägt er dem fahrradfahrer mit einer furiosen ausholbewegung aus dem fenster einfach auf den kopf…alle fahrgäste stehen unter schock…der fahrradfahrer kommt gewaltig ins straucheln…kann sich aber gerade noch auf dem rad halten…über die gelb-rote ampel fahrend und den vogel zeigend fährt der immer noch vor sich hin fluchende busfahrer dann an dem völlig verdattert dreinschauenden radfahrer vorbei…einige empörte fahrgäste regen sich total über den busfahrer auf und fangen an, ihn richtig wüst zu beschimpfen…ich bin froh, dass ich gleich umsteigen muss…an der wartestelle bin ich neben einem greisen, stark alkoholisierten, obdachlosen penner, der wie ein messie einkaufstüten hortet, das einzige gepäck-monster…der penner spricht vor sich hin, trägt eine xxl camouflage hose plus tarnfarbenes t-shirt und ein dreckiges stirnband in björn borg manier…sein style wird durch seine langen fettigen haare, seinen verfiltzten vollbart und seine wuchernden achselhaare komplettiert…aus denen könnte man sicherlich einen zopf bis nach ägypten flechten…sein ganzer look und sein schweizer taschenmesser lassen darauf schliessen, dass er noch vor hat, in den krieg zu ziehen…dann traut er sich aber näher an mich ran und rülpst mir ins gesicht während er mich nach einer kippe fragt…ewgh neeeeeeiiiiiin…endlich kommt der erlösende anschlussbus…zu guter letzt komme ich dann auch i.r.g.e.n.d.w.a.n.n. in meinem heissgeliebten kiez in schöneberg an…die letzten paar meter zu meiner haustüre gestalten sich zwar noch als kraft- und balanceakt…aber dann hab ich’s endlich geschafft…nach dieser aufregenden odyssee bin ich endlich daheim angekommen…ich weiss auch nicht, warum ich meine ganzen atzen hier so sehr vermisst habe…hmm?!…heim-spiel…that’s how strong my love is…


23. ZEIT-VERSCHWENDUNG

21. Juni 2010

von meiner reise in das heilige land oder von tausendundein paar gedanken, die mir durch den kopf schwirren…ich fühle mich high und dem himmel ein stückchen näher…über den wolken…abenteuerlustig…auf dem weg in den nahen osten…wir fahren auf der route 1 durch die wüste negev…die sonne bricht durch die wolken und knallt erbarmungslos auf unsere haut…40°C im schatten…die air condition zirkuliert mühsam die gekühlte luft durch das auto…ich fühle mich wie in der wildnis…dennoch bist du in der musik, die durch die lautsprecherbox dringt…aber das kümmert mich jetzt nicht mehr…ich will keine zeit mehr damit verschwenden…der staubige sand wirbelt auf den strassen und klebt wie ein hauchdünner goldener film auf der fensterscheibe…und dann taucht plötzlich jerusalem wie aus dem nichts vor uns am horizont auf…ein innerer friede erfüllt mich…und du erscheinst auf einmal so unwichtig…so lächerlich…von einer sekunde auf die andere fühle ich mich gelöst, erlöst und erleichtert…mein herz ist blank…pur…angekommen auf meiner reise zum ich?!…wir schreiten durch das damaskustor in die altstadt von jerusalem…der steinboden glänzt schillernd sauber und in sandfarben…braungebrannte, von der sonne durchfurchte gesichter…von dichten buschigen augenbrauen gerahmte kugelrunde dunkelbraune knopfaugen starren uns neugierig an…sie erscheinen mir abgehärtet und abgestumpft…unfreundlich und kalt auf irgendeine art und weise…abweisend wie du…wir werden kritisch mit prüfenden blicken beäugt und gemustert…merkwürdig…es ist ihnen im gesicht abzulesen, wie sie uns versuchen zu kategorisieren…dieser anstrengung, der sie sich alltäglich beugen und unterwerfen, ist ihnen merklich anzusehen…die atmosphäre ist daher deutlich geladen…spürbar durch die nerven zerreissende spannung, die in der luft liegt…die luft ist hier sowieso ein bisschen anders…der wind weht hier anders…sanfter…auch die erde fühlt sich anders an…ich spüre die erde überhaupt mal wieder…meinen kern…red string…der duft der gewürze erfüllt meine nase…minze, oliven und nelken…der arabische bazar erinnert an die märchen aus tausendundeiner nacht…abgesehen von den geladenen m-16, die die uniformierten soldaten im anschlag bereithalten…synagoge, kirche und moschee in sichtweite…nebeneinander…im schmelztigel der religionen…muslime, christen und juden…gegeneinander…aahw time’s a wastin’…


22. HALB-ZEIT

31. Mai 2010

von halbzeit oder warum ich meine heutige kolumne allen widme, die meine worte lesen…tausenddank für die bisher über 10.000 clicks, die wundervolle resonanz und die gut gemeinte kritik…tja, manche feiern ihr sechsmonatiges zu zweit mit frühstück im bett, aufwendigen blumenbouquets und teuren geschenken…ich hingegen feiere sechs monate G.E.D.A.N.K.E.N.F.E.T.Z.E.N., indem ich mir eine latte macchiato vom italiener um die ecke hole, mir schnittblumen im thailändischen blumenladen kaufe und mir eine extra grosse portion deliziösen „new york cheesecake“ bei luigi zuckermann gönne…da bin ich nunmal international…schliesslich feiere ich auch alle feiertage und anlässe, die die menschheit so hergibt…da kann ich von mir wirklich behaupten, dass ich bei sowas richtig solidarisch bin…sei es geburtstag, ramadan, namenstag, kwanzaa, unabhängigkeitstag, chanukka, weltfriedenstag, halloween, weihnachten und silvester…I’m all in – wieso auch nicht…ich muss doch die feste so feiern, wie sie fallen…nicht wahr?!…wie auch immer…zur feier des tages will ich euch meine bisher noch unveröffentlichten top drei leser-kommentare nicht vorenthalten…auf platz eins steht unumstritten jusuf…o-ton jusuf: „yeşim, ich lese so gerne das reisemagazin merian…da kann man sich immer so gut vorstellen, wie es wohl in fremden ländern riecht, schmeckt und fühlt…schreib doch auch mal was über das reisen!?“…mein lieber jusuf, um über’s reisen zu schreiben, muss ich doch erst einmal wieder reisen!…und ausserdem riecht, schmeckt und fühlt sich das single-dasein scheisse an…was soll ich dazu noch sagen?!…platz zwei geht an meinen beschützer kaan…der mich gleich nach meinem horror-date mit diversen website-links zu elektro-schockern versorgte…er insistierte darauf, dass ich mir so ein teil umgehend zulegen und sowieso ohne nicht mehr auf die strasse gehen sollte…mein lieber kaan, danke, dass du dir solche sorgen um mein wohlergehen machst…das weiss ich sehr zu schätzen…platz drei regiert marko, der sich eine meiner kolumnen tätowieren lassen will…mein lieber marko, ich hoffe, ich konnte dich mittlerweile vom gegenteil überzeugen…vielen dank für deine hingebung…alle meine bisherigen kolumnen sind von real-life he-ros und she-ros inspiriert…so thanx in a million to nedeljko ‘pipo’, constanze, özgür ‘dj passion’, eylem, keziban, lale, mister x, eda, chris, nadim, nadesh, jaarit, nicole, tabesh, emily, freya, mazlum, barbie, petra, emanuela, tiberio, anja, isabelle, sven, moshico, liora, anne, sabiha, evita, oktay, robin, gabriel, astrid, thierry, linda, yaprak, meral, sema, zeynep, sultan, 36 pretty ballers, my baby sis emek & my mum…I hope I’m serving this royalty right…

21. ELEFANTEN-GEHIRN

24. Mai 2010

von elefanten und nachtfaltern oder warum ich nichts dafür kann…morgens blockiere ich mal wieder die sonne…ich blockiere alles und jeden…hier regnet es…es ist kalt hier…denn ich sitze hier unten…manchmal mit dir in gedanken…aber du bist nicht mehr am leben…ich versuche ja cool damit zu sein…beschützt du mich von da oben?…du kommst auch nicht mehr einfach so vorbei…oder doch?!…vielleicht bin ich ausgerechnet dann nicht zuhause…ich seh‘ dich jedenfalls nicht mehr…komm doch jetzt vorbei!…siehst du mich hier unten nicht sitzen…kennst du meine adresse nicht mehr?…weisst du, nichts ändert sich…alles bleibt gleich hier…aber nur weil ich’s zulasse…ich denke unentwegt an dich…jeden tag den ganzen tag und die ganze nacht…warum hast du mich vergessen?…mittags gehe wieder einsam durch die strassen berlins…ich gehe langsam und allein…manchmal auch an deiner alten wohnung vorbei…einfach so…gestrandet vor deiner tür…traurig…ich wundere mich, wer da jetzt wohl wohnt…in deinen möbeln…ich versuche trotzdem cool damit zu sein…sprichst du mit mir von da oben?…du rufst auch nicht mehr einfach so an…oder doch?!…vielleicht höre ich immer dann das ringen des telefons nicht…ich red‘ jedenfalls nicht mehr mit dir…ruf doch kurz an!…hörst du mich überhaupt von hier unten…erkennst du noch meine stimme?…ich weiss, nichts ändert sich…alles bleibt gleich hier…aber nur wenn ich’s zulasse…ich denke unentwegt an dich…jeden tag den ganzen tag und die ganze nacht…warum kann ich dich nicht vergessen?…nachts kann ich bestimmt wieder nicht schlafen…weil du nicht mehr neben mir liegst…ich will auch tot sein…mit dir…weisst du, ich weiss, dass ich mittlerweile cool im herzen bin…ich warte dann jetzt nicht mehr…ok?!…das telefon klingelt…ich geh jetzt ran…ok?!…ich hör‘ das rauschen im hörer…nicht „du“, sondern „er“ ruft an…er kommt jetzt vorbei…ich geh jetzt mit ihm…raus vor meine tür…die dinge werden sich ändern…nichts bleibt mehr gleich hier…ich lass es jetzt zu…nur damit du bescheid weisst…aber du bist immer in meinen gedanken…wie ein nachtfalter…jeden tag den ganzen tag und die ganze nacht…ich werde dich nicht vergessen – will dich nicht vergessen…ich habe nunmal ein elefanten-gehirn…all smiles…ich kann nichts dafür…rest in peace love…